Hinrundenfazit KSC: Wechselbad der Gefühle

Nach den ersten 19 Spielen steht der Karlsruher SC mit 25 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz. Den ersten Saisonteil, welcher durch Höhen und Tiefen gekennzeichnet war, schloss der KSC mit zwei Siegen zum Jahresende ab. liga2-online.de wirft im Folgenden einen Blick auf die ersten 19 Spiele der Badener.

KSC überzeugt wieder einmal als Kollektiv

Wenn man das Positive aus den ersten Spielen ziehen will so ist es, dass der KSC seine Stärken wie schon in den Vorjahren wieder einmal im Kollektiv ausspielt. Dieses Jahr sogar mehr denn je, da der KSC keinen Spieler mehr hat, der ein Spiel alleine entscheiden kann, so wie es etwa sonst ein Rouwen Hennings war. Jeder bringt seine Stärken ein und somit gelang es dem KSC in den siegreichen Phasen auch wieder ein unangenehmer Gegner für den Rest der Liga zu sein. Vor allem der Kampf steht beim Team von Markus Kauczinski an erster Stelle. Das beste Beispiel dafür ist der 3:0-Sieg gegen den VfL Bochum am 14. Spieltag der Saison. Hier machte hauptsächlich der VfL das Spiel und die Karlsruher agierten eher als abwartendes Team. Am Ende sprang ein 3:0-Erfolg dabei heraus, was zeigt, dass es in dieser Liga als reagierendes Team oftmals leichter ist, als die spielbestimmende Rolle einzunehmen. Positiv zu erwähnen ist, dass die Karlsruher sich aus ihren Krisen eindrucksvoll wieder rausziehen konnten, was dafür spricht, dass das Verhältnis zwischen dem scheidenden Trainer Markus Kauczinski und der Mannschaft vollkommen intakt ist.

Effizienz und Konstanz fehlt

Vor allem zu Beginn der Saison hatten die Badener erhebliche Probleme und mussten in den ersten sieben Spielen fünf Niederlagen einstecken. Dieser Saisonstart stand immer noch unter dem Eindruck der verlorenen Relegation, auch wenn dies niemand mehr hören will. Die Karlsruher wirkten nicht frei im Kopf und konnten keine konstanten Leistungen abrufen. Zwar blitzte hier und da die Qualität auf, doch der schlechte Saisonstart war keinesfalls dem Zufall geschuldet. In den weiteren negativen Phasen, wie etwa den drei Niederlagen zwischen dem 15. und 17. Spieltag ließ der KSC die fehlende Effizienz vermissen. Oftmals war man das deutlich bessere Team, wie etwa bei der 0:1-Niederlage gegen RB Leipzig, doch wurden viele Chancen, sogar vom Elfmeterpunkt, vergeben, sodass es nicht zu mehr reichte. Den Leipzigern hingegen reichte eine wirkliche Torchance, um den Dreier mit nach Hause zu nehmen. Diese Spiele zeigten, dass der KSC in dieser Saison einfach kein Spitzenteam ist.

Transferpolitik ausbaufähig

Sportdirektor Jens Todt hatte in diesem Sommer wahrlich keinen leichten Job. Mit Rouwen Hennings, Philipp Max und Reinhold Yabo verließen gleich drei Leistungsträger den Club, jedoch hat der KSC bei seiner wirtschaftlichen Lage bei solchen Angeboten auch nicht viel Spielraum, sondern muss sich der Entwicklung des Marktes beugen. Im Gegensatz wurden etwa für den Sturm Erwin Hoffer, Pascal Köpke und Dimitrios Diamantakos verpflichtet. Galt Hoffer mit seiner Erfahrung noch als absoluter Hoffnungsträger, so gehört dem jungen Pascal Köpke noch die Zukunft. Beide konnten aber noch nicht wirklich überzeugen. Während Hoffer immerhin mit vier Toren auf sich aufmerksam machte, wurde bei Köpke schon drüber spekuliert, ob er den Verein nicht im Winter wieder verlassen wird. Anders sieht es bei Diamantakos aus. Der Neuzugang aus Piräus traf in den letzten drei Spielen jeweils einmal und ist derzeit auch nicht aus der Mannschaft wegzudenken. Weitere Neuzugänge wie etwa Bjarne Thoelke oder Vadim Manzon finden höchstens sporadische Berücksichtigung. Zwar haben die Verantwortlichen verdeutlicht, im Winter nicht aktiv werden zu wollen, wenn sich eine interessante Möglichkeit ergibt wird der KSC aber sicher noch einmal über Neuverpflichtungen nachdenken, um seinen Kader punktuell zu verstärken.

Ausblick: Der KSC hat noch alle Möglichkeiten

Nach teilweise durchwachsenen Leistungen haben sich die Karlsruher zuletzt wieder deutlich gesteigert. Zudem ist das Glück zurückgekommen, was etwa das Spiel gegen den FC St. Pauli gezeigt hat. Das Team scheint homogener zu werden und auch Markus Kauczinski wird in seiner letzten Vorbereitung als verantwortlicher KSC-Cheftrainer alles daran setzen das Maximum aus seinen Jungs rauszuholen, um eine gute Restsaison zu spielen. Bei acht Punkten Rückstand auf Platz drei und acht Punkten Vorsprung auf Platz 16 stehen die Badener derzeit zwar etwas im Niemandsland, jedoch haben die letzten Spiele gezeigt, dass der Blick nach oben gehen kann. Der Start in die restlichen Partien wird zeigen, mit welchen Gefilden der Tabelle der KSC letztendlich Vorlieb nehmen muss. Unter dem Eindruck der letzten Leistungen können sich die Fans des KSC aber die Hoffnung machen, dass die Mannschaft auch nochmal weiter oben anklopfen kann. Denn die Liga ist ausgeglichen genug, um bei einer Serie auf einmal wieder dort zu stehen, wo man die Spielzeit in den letzten beiden Jahren beendete. Platz drei scheint bei der Stärke der oberen Teams zwar ausgeschlossen; zwischen den Plätzen vier und sieben können sich die Karlsruher aber auch dieses Jahr wieder einreihen.

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