Karlsruher SC: Todt-Abgang wird schmerzen

Der Karlsruher SC hat seinen Sportdirektor Jens Todt mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Diese Entscheidung könnte dem KSC noch teuer zu stehen kommen. Ein Kommentar.

Todt schlug Angebot aus – Zeitpunkt suboptimal

Laut offizieller Mitteilung hat der Verein letztendlich die Reißleine gezogen, da Todt Gespräche, wie bereits von liga2-online.de berichtet, über seine Zukunft in den vergangenen Wochen ausschlug. Nun ist es das gute Recht des Vereins, Todt nun schon jetzt von seinen Aufgaben zu entbinden, um einen Sportdirektor zu installieren, der über den kommenden Sommer hinaus für die Karlsruher arbeitet. Der Zeitpunkt der abrupten Trennung, drei Tage vor einem wichtigen Spiel und zudem in einer sportlichen Krise, ist indes nicht optimal. So etwas kann Unruhe in die Mannschaft bringen, die derzeit alle Konzentration auf das sportliche Geschehen richten muss. Eine Trennung im Winter wäre hier wohl die bessere Alternative gewesen. Doch weiß man nicht, was intern vorgefallen ist, dass der Verein so reagiert.

Todt spürte scheinbar kein Vertrauen mehr

Zudem muss beachtet werden, dass Todt nicht aus freien Gründen eine Vertragsverlängerung ausschlug. Vor allem bei den Trainerentscheidungen wurden Todt Kompetenzen entzogen. So hatte er bei den damaligen Gesprächen über die Vertragsverlängerung von Markus Kauczinski wenig Mitspracherecht, vielmehr wurde das vom KSC-Präsidium um Ingo Wellenreuther zur Chefsache erklärte. Zudem ist aus Karlsruher Umkreisen zu hören, dass Todt auch bei der Suche nach dem Kauczinski-Nachfolger nicht die führende Hand war, was beides nicht als wirklicher Vertrauensbeweis gilt. Schließlich ist es normalerweise mit die Hauptaufgabe eines sportlich Verantwortlichen einen Übungsleiter zu finden und zu installieren.

Nun hat Jens Todt auf diese Situation reagiert und klar gemacht, nicht für eine Verlängerung seines Vertrages über den Sommer hinaus zur Verfügung zu stehen. Aus seiner Sicht nachvollziehbar. Auch der Schritt des KSC sich letztendlich vorzeitig zu trennen ist zu verstehen, auch wenn davon auszugehen ist, dass Todt seine Arbeit bis zum Sommer professionell weitergemacht hätte. Das Todt-Ende könnte der KSC dabei in der Rückschau noch bereuen. Schließlich leistete der Europameister von 1996 in den vergangenen drei Jahren gute Arbeit im Wildpark, was nicht nur alleine die Platzierungen (Fünfter, Dritter, Siebter) zeigten. Auch transfertechnisch erzielte Todt Erfolge und lotste Leistungsträger wie Torres oder Yamada in den Wildpark. Zudem sorgte er, auch in schwierigen Situationen stets für Besonnenheit im Verein und reagierte unaufgeregt, so auch zuletzt in der sportlichen Krise. Der KSC muss nun dafür sorgen einen geeigneten Nachfolger zu installieren, der aus wenig Mitteln genauso viel rausholen kann. Leicht wird das nicht. Die Entscheidung Todt jetzt schon von seinen Aufgaben zu entbinden, könnte aber ein Indiz dafür sein, dass auch schnell ein Nachfolger vorgestellt wird.

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