Karlsruher SC: Turbulente Saison endet versöhnlich
Die Saison nach der Relegation. Viele Vereine sind da dran schon gescheitert und fanden zunächst nicht mehr in die Spur. Ähnlich verhielt es sich beim KSC, der auf allen Ebenen eine turbulente Saison hinter sich hat, am Ende aber doch ein versöhnliches Ende fand.
Saisonstart total verpatzt – Abgänge nicht kompensiert
Dass es nicht von Beginn an so lief, hatte mehrere Gründe. Zum einen waren die Erwartungen an das KSC-Team vielleicht zu hoch gesteckt, nach dem Erfolg der Vorsaison wieder so eine Runde zu spielen, die idealerweise sogar im Aufstieg enden würde. Diese Erwartungen wurden schnell gedämpft. Die Karlsruher fanden zu Saisonstart überhaupt nicht in die Spur. Nach zwei Niederlagen, folgten zwar zwei Siege, danach allerdings eine Serie von sechs sieglosen Spielen (drei Niederlagen, drei Unentschieden). Zudem das Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals. Die Karlsruher fanden sich nach zehn Spieltagen nur auf dem zehnten Rang wieder, was den Ansprüchen des Vereins überhaupt nicht entsprach. Neben den Nachwirkungen der Relegation, auch wenn das R-Wort so niemand mehr im Wildpark hören wollte, waren es vor allem die Abgänge der Stammspieler Rouwen Hennings und Philipp Max, die nicht mit der gleichen Qualität kompensiert werden konnten und dazu beitrugen, dass der KSC sich in einer Negativspirale befand. Zu allem Übel kündigte KSC-Trainer Markus Kauczinski in dieser Zeit an, dass er für eine Verlängerung seines Vertrages nicht zur Verfügung steht und nicht wenige befürchteten, dass er fortan als Lame-Duck die Mannschaft nicht mehr erreichen könnte.
KSC zeigt Comeback Qualitäten
Doch wie schon in den Vorjahren, auch wenn sich die Anzahl enttäuschender Spiele dort niedriger hielt, zeigten die Karlsruher wieder einmal, dass sie sich selbst aus solchen Situationen befreien können. Zwar gab es zum Ende der Hinrunde nochmal drei Niederlagen am Stück, doch was die Mannschaft von Markus Kauczinksi in der Rückrunde zeigte, ist äußerst bemerkenswert. So steht in der Rückrundentabelle ein starker fünfter Platz und insgesamt am Ende ein versöhnlicher siebter Rang, der nach den zwischenzeitlichen Turbulenzen für alle zufriedenstellend sein dürfte. Ein Grund dafür ist, dass sich die Leistungsträger um Manuel Torres aus ihrem Formtief zum Saisonbeginn befreiten und ihre Qualitäten wieder auf den Platz bringen konnten. Zudem hat der KSC in Dimitrios Diamantakos einen neuen „Knipser“, der nun auch fest verpflichtet werden konnte.
Einige Veränderungen in der Zukunft
Trotzdem wird es in der Zukunft einige Veränderungen geben. Dies liegt allein daran, dass der KSC sechs Abgänge, darunter mit Manuel Gulde und Daniel Gordon zwei Innenverteidiger, kompensieren muss. Zudem ist die Kauczinski-Ära beendet und Tomas Oral wird das Zepter im Wildpark zur neuen Saison übernehmen. Trotzdem wird das Grundgerüst der Mannschaft bestehen bleiben, weshalb es zu keinem allzu großen Umbruch kommen wird, was die Arbeit für Oral zunächst erleichtern dürften. Auch Sportdirektor Jens Todt sprach gegenüber der „Pforzheimer Zeitung“ davon, dass es zwar punktuelle Verstärkungen geben muss, ein totaler Umbruch aber nicht stattfinden wird: „Dass etwa ein Viertel des Kaders den Verein verlässt, ist doch eher eine durchschnittliche Größenordnung. Wir gehen unaufgeregt mit der Situation um.“ Diese Unaufgeregtheit hat dem KSC schon in dieser Saison geholfen, am Ende eine ordentliche Platzierung zu erreichen. Nichtsdestotrotz wird im nächstens Jahr, allein schon aufgrund des Trainerwechsels, eine neue Ära eingeleitet, welche bestmöglich nicht so turbulent beginnen sollte wie die abgelaufene Saison.