KSC: Heimklatsche gegen Nürnberg wirft weitere Fragen auf

Nach zuvor zwei ungeschlagenen Spielen musste der KSC beim 0:3 gegen Nürnberg eine bittere Klatsche einstecken.

Miserable Defensivleistung

Die Lage beim KSC wird nicht besser, sondern gestaltet sich nach dem Auftritt gegen Nürnberg immer kritischer. Zwar begannen die Gastgeber ganz ordentlich und nahmen das Spielgeschehen in die eigene Hand. Trotzdem wurde das alte Leid der Vorwochen wieder einmal offensichtlich. Der KSC bekommt es auch nach neun Spieltagen nicht hin, ausreichend, offensiv, gefährliche Ansätze hervorzubringen. Dabei hätte die Oral-Elf durchaus in Führung gehen können, denn wenn es aus dem Spiel heraus nicht klappt, gibt es im Fußball ja immer noch Standards, die ein Spiel entscheiden können. Doch auch das soll beim KSC derzeit nicht sein. So vergab Enrico Valentini nach 52 Minuten einen berechtigen Elfmeter leichtfertig und auch sein Nachschuss wurde von Club-Keeper Thorsten Kirschbaum pariert. Hätte der KSC in dieser Phase das 1:0 erzielt, wäre die Partie sicher anders gelaufen.

So waren es aber die Nürnberger, die eklatante Abwehrfehler des KSC ausnutzten. Wie leicht Hanno Behrens vor dem 1:0 durch den Karlsruher Strafraum marschieren konnte, war schon bemerkenswert; aus Karlsruher Sicht natürlich im negativen Sinne. So scheiterte Behrens in der Situation zwar noch an KSC-Keeper Orlishausen, der den verletzten René Vollath vertrat, den Abpraller konnte Guido Burgstaller zur 1:0-Führung verwerten (61.). Auch sechs Minuten später stimmte die Zuordnung beim KSC nicht. Wieder war es Burgstaller, der den Ball nach einer Ecke mutterseelenallein mit der Hacke ins Tor befördern konnte (67.). Dass das Spiel kurz darauf aufgrund von Krawallen unterbrochen werden musste, spielte dem KSC nicht unbedingt in die Karten. Auch nach Wiederanpfiff fand die Oral-Elf nicht mehr in die Partie. Vielmehr sorgte Matavz in der 88. Minute für das 3:0 und somit den Endstand.

Todt macht Mannschaft keinen Vorwurf

Es war tatsächlich nicht alles schlecht im Spiel des KSC, auch wenn sich das nach einem 0:3 nicht ganz plausibel anhört. So sah es auch KSC-Coach Tomas Oral, der seine Mannschaft dem Sieg sogar sehr nahe sah: „Das war ein 50/50-Spiel. In der zweiten Halbzeit hatte ich das Gefühl, dass wir es etwas mehr wollen und wir hatten durch den Elfmeter auch die klarere Chance. Gehen wir hier 1:0 in Führung, dann gewinnen wir das Spiel. Fakt ist aber auch, dass mir die Argumente fehlen, wenn wir innerhalb kurzer Zeit einen Doppelschlag kassieren.“

Sportdirektor Jens Todt, wollte der Mannschaft im Gespräch mit „Sky“ keinen Vorwurf machen und gab auch seinem Trainer indirekte Rückendeckung: „Das ist eine bittere Niederlage, wobei das Spiel viel enger war, als es das Ergebnis am Ende aussagt. Wir wissen, dass es bei uns unruhig werden kann, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Dagegen arbeiten wir auf dem Platz aber an. Der Mannschaft will ich keinen Vorwurf machen. Die Stimmung ist grundsätzlich gut und auch im Training wird Gas gegeben. Wir werden das überstehen und uns davon erholen.“

Trotz des Statements von Todt wirft die Niederlage wieder neue Fragen auf. Das Defensivverhalten bei den Gegentoren war alles andere als optimal und auch im Spiel nach vorne haperte es wieder einmal. Zudem schafft es der KSC nicht, sich nach Rückschlägen, wie dem Gegentreffer zum 0:1 wieder aufzurappeln. Vielmehr folgten gegen Nürnberg noch zwei, weitere vermeidbare Gegentreffer. Somit wird es rund um den Wildpark sicher nicht ruhiger und auch Orals Situation nicht einfacher, auch wenn er von seinem Sportdirektor die volle Rückendeckung attestiert bekommt. Dass bei den nächsten beiden Partien mit Würzburg und Stuttgart zwei Teams aus dem oberen Tabellendrittel warten, macht die Situation nicht unbedingt leichter.

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