1.FC Kaiserslautern: Der Umbruch ist spürbar
Platz sechs nach fünf Spielen, dazu acht Punkte und erst eine Niederlage. Der Start hätte für den 1.FC Kaiserslautern sichtlich schlimmer laufen können, doch zeigten die ersten Wochen der neuen Spielzeit schon einige Problemstellen auf, die mehr oder weniger mit den zahlreichen Abgängen im Sommer zusammenhängen dürften. Nicht zuletzt deshalb, wurden die Pfälzer am letzten Tag der Transferperiode nochmals aktiv und dürfen nun mit etwas mehr Alternativen in die nächsten Spiele gehen.
Abwehrdecke recht dünn - Müller mit ersten Aussetzern
Die Abgänge in der Defensive waren für viele FCK-Fans besonders hart. Mit Willi Orban, Dominique Heintz und Tobias Sippel verließen drei Stammkräfte den Betzenberg und mussten ersetzt werden. Auch wenn man noch nicht von gleichwertigem Ersatz reden kann und die Personaldecke hinten recht dünn ist, sah die Leistung in den ersten Wochen ordentlich aus. Der Tiefpunkt war jedoch das letzte Spiel in Heidenheim als besonders Keeper Marius Müller einen rabenschwarzen Tag erwischte. Tim Heubach und Stipe Vucur finden zueinander und können durchaus ein kompaktes Innenverteidiger-Duo werden. Mit Chris Löwe und Jean Zimmer auf den Außen macht die Viererkette also ein durchaus guten Eindruck. Problem jedoch: Bei Sperren oder Verletzungen laufen die Pfälzer Gefahr, schnell an Qualität zu verlieren. Sascha Mockenhaupt als Innenverteidiger Nummer drei eingeplant, konnte seine Ligatauglichkeit zwar andeuten aber noch nie nachhaltig hinterlegen. Außen fällt Michael Schulze bereits seit Wochen aus und André Fomitschow wurde zumeist in der offensiveren Rolle eingesetzt. Gleichwertiger Ersatz sieht anders aus, wobei die defensiven Außen im letzten Jahr gleich besetzt waren und damals zumindest nicht zum Problem wurden.
Position hinter den Spitzen weiterhin vakant - Piossek und Pich sollen die Offensive beleben
Auch vorne treten die Pfälzer in der neuen Spielzeit mit einem neuen Gesicht auf. Viele positive Eindrücke stehen auch an dieser Stelle einigen Fragezeichen gegenüber. So schaffte es Neuzugang Kacper Przybylko beispielsweise mit seinem Doppelpack am ersten Spieltag bereits zu beweisen, dass er Kaltschnäuzigkeit vor dem Kasten besitzt. Seitdem legte der Angreifer jedoch nur noch einen weiteren Treffer nach. Ansonsten wurde im Sturm eifrig Personal getauscht. Für Stefan Mugosa (zu 1860 München) wurde Antonio Colak verpflichtet und seitdem als Joker eingesetzt. Zudem durfte sich U23-Talent Maurice Deville auf der großen Bühne zeigen und mit einem Blitzstart zum 2:2 in Berlin auf sich aufmerksam machen. Auch im Mittelfeld wurde viel probiert. Den Platz hinter den Spitzen durfte mal Alexander Ring, mal Matheusz Klich, mal Colak oder Rückkehrer Daniel Halfar ausfüllen. Richtig überzeugen als Ideengeber konnte selten jemand. Nicht zuletzt deshalb dürften die Verantwortlichen reagiert und Wunschspieler Marcus Piossek auf den letzten Drücker doch noch von Preußen Münster losgeeist haben. Mit ihm und dem zweiten Last-Minute-Transfer Robert Pich kommt neue Bewegung ins Mittelfeld und Konkurrenzkampf in den Kader. Spieler wie Ruben Jenssen, Erik Thommy, Ring, Colak oder Klich müssen nun um ihre Einsatzzeiten bangen.
Unruhe unter den Fans - Runjaic muss Ergebnisse liefern
Der Umbruch in der Pfalz zog sich also bis zum letzten Moment hin und soll nun möglichst schnell positiv abgeschlossen werden. Das Team muss nun die Länderspielpause nutzen, um alle Neuen zu integrieren und Trainer Runjaic Argumente für eine mögliche Stammelf zu liefern. Möglich ist, dass bereits bei einer Pleite im kommenden Spiel gegen den SC Freiburg (Fr. 18.30) schlechte Stimmung überm Betzenberg aufziehen wird. Bereits nach dem Heimsieg gegen den SC Paderborn ließen die Anhänger der Roten Teufel ihren Unmut über die spielerisch begrenzte Leistung ihrer Elf hören, was bei den Spielern wiederum auf Unverständnis stieß. Dem folgte dann die erste Saisonniederlage in Heidenheim. Ziel der unzufriedenen Fans ist zumeist Trainer Kosta Runjaic, dessen Spielidee, die oft auf Sicherheit ausgelegt ist und Teilen des Anhangs zu wenig Spielerisches und Offensives bietet. Folgerichtig darf man davon ausgehen, dass bei schwachen Ergebnissen schnell der Stuhl des Coaches ins Wackeln kommen könnte. Doch nicht nur Runjaic, sondern auch Vorstand Stefan Kuntz und Sportchef Markus Schupp werden sich in dieser Saison an ihren Personalentscheidungen messen lassen müssen. Der Pfalz stehen also spannende Monate bevor, egal in welche Richtung es geht.