6:0 in Paderborn! Furioser SV Sandhausen lässt Rekorde purzeln
Sicherlich hatten einige Fußballfans den SV Sandhausen nach dessen starkem Start in die neue Spielzeit auch beim SC Paderborn auf dem Zettel. Doch was sich am Freitagabend in der Benteler-Arena abspielte, dürfte den selbst den kühnsten Optimisten in den Reihen der Kurpfälzer vom Hocker gerissen haben. Mit dem 6:0-Auswärtssieg gelang den Hardtwaldstädtern der höchste Sieg ihrer Zweitliga-Geschichte, außerdem sind die inzwischen 13 Tore nach drei Spieltagen absoluter Bestwert in der gesamten Historie der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Passenderweise sorgte auch der Gegner aus Ostwestfalen für einen Rekord, denn nie hat der SCP in Liga Zwei im eigenen Stadion höher verloren.
Wooten und Bouhaddouz wirbeln durch die Liga - Linsmayer glänzt in ungewohnter Weise
Sucht nach Erklärungen für den extremen Lauf des SVS wird man recht schnell in der Offensive fündig. Andrew Wooten erzielte in Paderborn seine Saisontreffer Nummer vier und fünf und konnte in der jungen Saison bislang jede echte Torchance verwerten. "Im Moment läuft es. Ich freue mich natürlich, auch wenn es im Endeffekt egal ist, wer die Tore macht", erklärt der Angreifer nach der Partie bei "Sky". Auch sein kongenialer Partner im Angriff läuft aktuell in Bestform auf. Aziz Bouhaddouz steht mit drei Toren und zwei Vorlagen ebenfalls bei bereits fünf Scorerpunkte und steht gemeinsam mit Wooten für die gnadenlose Effizienz, die den SV Sandhausen nach oben gespült hat. Beim 6:0 in Paderborn half außerdem Spieler mit, der sonst eher weniger für Torjubel zuständig ist: Denis Linsmayer. Der 23-jährige Abräumer durfte nach seinem abgefälschten Torschuss zum zwischenzeitlichen 2:0 seinen ersten Profitreffer überhaupt bejubeln - und das im 74 Zweitligaspiel. Scheinbar beflügelt durch seinen Erfolg legte er noch die Treffer zum 4:0 und 6:0 auf und war somit an der Hälfte der Tore beteiligt.
Wohin geht die Reise der Sandhäuser? - Bouhaddouz: "Von Spiel zu Spiel denken"
13 Tore nach drei Spielen: Das bedeutet bisher nur ein Treffer weniger als in der gesamten Hinrunde der Vorsaison. Was sich zurzeit in Sandhausen abspielt, darf bereits jetzt als eine der Überraschungen der neuen Spielzeit gewertet werden. Doch wohin geht die Reise der Kurpfälzer? Bouhaddouz gab sich gegenüber "Sky" noch recht bodenständig: "Wir machen einfach weiter unser Ding und denken von Spiel zu Spiel." Der 28-Jährige lobt außerdem besonders das Miteinander im Team. Von Punkteabzügen und kleinem Etat spricht rund um den SV Sandhausen jedenfalls keiner mehr. Trainer Alois Schwartz und seine Truppe begeistern zum Start die Liga und dürften vor dem nächsten Spiel gegen den 1.FC Heidenheim (Fr. 18:30) wohl auch erstmals in dieser Spielzeit die Favoritenrolle einnehmen.