0:2-Heimpleite - Arminia schlägt sich mit Harmlosigkeit
Mit einer 0:2-Niederlage gegen den FC Ingolstadt hat sich der ehemalige Bielefelder Erfolgstrainer Stefan Krämer von den Ostwestfalen verabschiedet. Bereits am Sonntagabend stand Krämers Entlassung fest. Fortan übernimmt Norbert Meier das Traineramt bei den Blauen. Beim letzten Auftritt der Krämer-Elf gegen den FCI setzte es eine bittere aber verdiente Heimpleite. Die Arminen belegen weiterhin den 17. Tabellenplatz und sind punktgleich mit Dynamo Dresden (16.). Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt aber schon fünf Zähler.
Personalsituation bringt Krämer in Not
Marc Lorenz, Philipp Riese, Fabian Klos und der rotgesperrte Patrick Schönfeld fehlten am Freitagabend allesamt. Ohne diese vier, die sich in den letzten Monaten alle als Stammspieler bezeichnen durften, trat der DSC gegen die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl an. Mit Vujadin Savic, Ben Sahar und Kacper Przybylko standen alle drei Wintertransfers in der Startaufstellung. Dass dem Trio noch die Eingespieltheit mit der Aufstiegsmannschaft fehlt, war nicht zu übersehen. Sahar und Savic scheinen sogar mit einer Sprachbarriere zu kämpfen. Der junge Pole Przybylko tauchte fast 90 Minuten lang ab und hatte keine Szene, in der er glänzen konnte. Bitter war außerdem, dass Kapitän Manuel Hornig das Spielfeld bereits nach zehn Minuten verletzungsbedingt verlassen musste. Zudem ging Krämers Taktikexperiment mit den beiden nominellen Linksverteidigern Arne Feick und Stephan Salger auf einer Seite zu spielen, nicht auf. Wenn sich die beiden nicht gerade auf den Füßen standen, rückte Feick ins Zentrum. Folgerichtig ließ er Salger auf der linken Flanke weitestgehend alleine. Neuzugang Ben Sahar, der ab und zu nach außen auswich, offenbarte große Schwächen in der Rückwärtsbewegung.
Mangelnde Gegenwehr
Keiner der Bielefelder Spieler zeigte an diesem Tag auch nur ansatzweise seine Normalform. Neben Sahar, der technisch zwar einer der Besten auf dem Feld war, aber kaum nach hinten arbeitete, fiel beispielsweise Außenverteidiger Marcel Appiah mit Defiziten aus. So lief Appiah in der zweiten Halbzeit, ohne in großer Bedrängnis zu sein, mit dem Ball einfach ins Aus. Ob das am tiefen Rasen in der Schüco-Arena lag oder der 25-Jährige über weite Strecken zu nervös agierte, sei dahingestellt. Die meisten Akteure im blauen Hemd ließen den "Kampf" vermissen, für den sie lange Zeit bekannt waren. Zumindest von der Einstellung war der eingewechselte Felix Burmeister ein Lichtblick. Er versuchte das Publikum mitzunehmen und ackerte auf dem Spielfeld für sein Team. Ebenfalls eine passable Leistung zeigte Verteidiger Thomas Hübener. So sorgte der Ex-Kapitän mit einem Lattenkracher (22.) für die beste Möglichkeit der Gastgeber. Ausgerechnet Hübener stand in den Wochen zuvor in der Kritik. Insgesamt aber ein Auftritt ohne viel Selbstbewusstsein. Der FC Ingolstadt hatte früh die Kontrolle übernommen.
Arminia hat sich versteckt
"Was am Freitag passiert ist, kann man nicht mehr schönreden. Hier geht es nicht um den Trainer, sondern vor allem um die Existenz des Vereins", erklärte DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer gegenüber dem Westfalen-Blatt nach dem 0:2. Lauf sprach gar vom "Angsthasenfußball", den die Spieler gegen die Schanzer produzierten. So wurden die Abwehrspieler der Gäste erst kurz vor der Mittellinie attackiert. Folgerichtig gab es kaum Balleroberungen von den Blauen. Ingolstadt wurden das Spielmachen größtenteils überlassen. Auch in den Zweikämpfen waren die Ostwestfalen wenig präsent. Aus den meisten Situationen befreiten sich die Ingolstädter gar nur mit spielerischen Mitteln. Der FCI war handlungsschneller und gefährlicher. So war Bielefelds Ben Sahar der einzige Spieler, der in dem Kellerduell eine Gelbe Karte sah. Zuvor kritisierte Krämer die vielen Foulspiels. Hier wären sie wohl nötig gewesen. Die Tore von Philipp Hofmann (51.) und Karl-Heinz Lappe (83.) zeigten der Arminia letztendlich ihre Grenzen auf.
FOTO: Tobias Hänsch // unveu.de