"So ein Spiel wird uns nicht umwerfen": St. Paulis Lehren aus der 0:4-Klatsche
Zwar ging es für den 1. FC St. Pauli bei der 0:4-Niederlage am Freitagabend gegen Holstein Kiel sportlich um wenig, dennoch zeigten sich Akteure bezüglich der Deutlichkeit durchaus niedergeschlagen. Nach dem Spiel konnte ein zentraler Moment ausgemacht sowie Lehren gezogen und formuliert werden.
Das Ziehen des Steckers
Dass die Kiezkicker bei den aufstiegsanpeilenden Kielern 45 Minuten gut mithalten konnten, war nach dem Spiel trotz des 0:4 auf der Anzeigetafel allen bewusst. Vor allem einen starken Auftritt in der Anfangsphase boten die Hanseaten. "Ich kann meiner Mannschaft für die erste Halbzeit überhaupt keinen Vorwurf machen. In den ersten 20 Minuten haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht", befand Cheftrainer Timo Schultz nach Abpfiff. Diese guten 20 Minuten sollten nach einem folgenden Doppelschlag der KSV durch Arslan (22.) und Bartels (24.) trotzdem nicht reichen und es ging bereits mit einem Rückstand von zwei Toren in die Pause.
Nach der Pause folgte das, was alle Pauli-Akteure nach dem Spiel unisono als das Ziehen des berühmten Steckers empfanden: Der dritte Treffer durch Ex-Paulianer Bartels (49.). "Das 3:0 hat uns dann komplett den Stecker gezogen", resümierte Schultz und auch Guido Burgstaller bestätigte, dass das "dritte Tor so kurz nach der Halbzeit den Stecker gezogen" habe. Folgend spielte nur noch der Gastgeber und setzte kurz danach durch Serra noch einen drauf (67.). Die herbe 0:4-Klatsche war somit perfekt.
"Lieber einmal 0:4 verlieren..."
Doch was bedeutete diese Pleite nun für die Kiezkicker? Tabellarisch ins Gewicht fiel die Niederlage gewiss nicht, denn hier wird weder nach oben noch nach unten viel passieren. Es war die zweite Niederlage in den letzten sieben Spielen, von denen die übrigen fünf Spiele alle gewonnen werden konnten. Mit zehn Siegen, einem Remis sowie vier Niederlagen rangiert St. Pauli noch immer an der Spitze der Rückrundentabelle – könnte aber am Samstag von Greuther Fürth abgelöst werden. "Dass wir jetzt mal wieder ein Spiel verlieren, tut natürlich weh, auch in der Höhe", gestand Burgstaller, der dennoch "lieber einmal 0:4 verliert als drei oder vier Mal 0:1".
Entsprechend hoch die Hoffnungen, dass in den letzten beiden Spielen gegen Hannover und Regensburg nicht mehr allzu viele Pleiten hinzukommen mögen. "Wir haben diese Saison oft genug bewiesen, dass wir nach Niederlagen sehr gut zurückgekommen sind", weiß auch Verteidiger Philipp Ziereis, der sich sicher ist, dass das 0:4 das Team "nicht umwerfen" werde. Eine letzte Lehre zog Routinier Burgstaller, der resümierte, dass nun festgehalten werden müsse, "dass wir noch nicht so weit sind und wir noch an uns arbeiten müssen". So gilt es nun einen guten Abschluss der Saison zu bewerkstelligen und mit diesen Lehren vielleicht in der neuen Saison nochmal einen Angriff zu starten.