"Ein bisschen kopflos": Ulm zahlt bei Zweitliga-Rückkehr Lehrgeld
Trotz einer leidenschaftlichen Leistung verlor der SSV Ulm das erste Zweitligaspiel seit mehr als 23 Jahren. Beim unglücklichen 1:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern mussten die Donaustädter dem erhöhten Niveau der Liga Tribut zollen und gaben das Spiel nach eigener Führung doch noch her.
"…dann bringen wir dieses Spiel nachhause"
Vieles deutete am Sonntagnachmittag auf den perfekten Saisonauftakt und den ersten Zweitligasieg seit dem 20. Mai 2001 (4:2 gegen die Stuttgarter Kickers) für den SSV Ulm hin, nachdem Felix Higl die Spatzen kurz nach Halbzeit in Führung gebracht hatte. "Wir saßen in der Pause und wussten, dass hier heute etwas geht. Nach dem 1:0 waren wir voll drin und haben das Spiel in meinen Augen total kontrolliert", analysierte Ulms Trainer Thomas Wörle in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Dass die Partie letztendlich doch noch verloren ging, war auch für den 42-Jährigen schwer zu erklären: "Der Gegner hatte in der Phase keine Torchance und erzielt komplett aus dem nichts den Gegentreffer."
In einer "total ungefährlichen Situation" sorgte Johannes Reichert nach eigenem Ballverlust für einen Elfmeter für die Lauterer, den Boris Tomiak sicher verwandelte. "Einfach sehr ärgerlich. Denn wenn diese Szene nicht kommt, bringen wir dieses Spiel nachhause", war sich Wörle des Sieges durchaus sicher. Tatsächlich stellte der Gegentreffer die Partie vollkommen auf den Kopf und brachte die Gäste wieder ins Spiel. "In der Folgezeit waren wir ein bisschen kopflos", versuchte Wörle die Phase mit dem zweiten Gegentreffer und weiteren hochkarätigen Möglichkeiten für den FCK zu beschreiben. "Das war dann eine mentale Geschichte. Ein Spiel was du führst, gibst du komplett aus der Hand, das macht was mit dir", so der SSV-Coach.
"So ist eben die 2. Liga"
Damit so eine bittere Niederlage in der neuen Spielklasse nicht so schnell wieder passiert, versuchte Wörle für die Zukunft bereits Lehren zu ziehen: "Wir haben insgesamt noch zu viel zugelassen. Normalerweise verteidigen wir konsequenter." Neben den eigenen Fehler hob Ulms Trainer aber auch die erhöhte Qualität der 2. Bundesliga und des Gegners hervor: "Die Lauterer Mannschaft ist unheimlich gut besetzt, hat eine hohe individuelle Qualität und hohes Tempo." Das habe seine Mannschaft in einigen Momenten durchaus zu spüren bekommen. Eben auf diesem Niveau dürfe "man sich nicht viel leisten, weil aus wenig sehr viel entstehen" könne.
"Insgesamt haben wir direkt im ersten Spiel Lehrgeld bezahlen müssen. Ich finde, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben, gut auf dem Platz standen und mindestens ein Unentschieden verdient gehabt hätten. Aber so ist eben die 2. Liga", resümierte Wörle abschließend. Am kommenden Freitag sind die Spatzen bei Mitaufsteiger Jahn Regensburg zu Gast. Da versuche der SSV Ulm dann "noch effizienter zu agieren".