Abwahl gescheitert: Jansen bleibt HSV-Präsident

Marcell Jansen bleibt Präsident des Hamburger Sportvereins. Auf der Mitgliederversammlung des einstigen Bundesliga-Dinos wurden zwei Abwahlanträge zusammengeführt, verfehlten die anvisierte Mehrheit aber deutlich.

Von den 636 abgegeben Stimmen sprachen 73,43 Prozent dem Präsidenten das Vertrauen aus, nur 26,57 Prozent stimmten für seine Absetzung. Jansen hatte im Vorfeld zu Protokoll gegeben, dass er schon bei einer einfachen Mehrheit für die Anträge seinen Posten räumen würde. Die Entscheidung wurde von den anwesenden Mitgliedern in den Hamburger Messehallen mit tosendem Applaus und Standing Ovations aufgenommen. Jansen selbst kam nach der Entscheidung zu Wort und legte noch einmal dar, wie sehr ihm der HSV am Herzen hängt und er sich für diesen und dessen Fans einsetzen will: "Mir gehört nichts, ich vertrete die Dinge, die euch wichtig sind."

"Schlaflose Nächte" begleiteten Jansen im Vorfeld

Gegen den 37-jährigen Ex-Profi hatten zwei Abwahlanträge vorgelegen. Beide Antragsteller hatten in ihren Begründungen gemein, dass sie Jansen Fehler in seiner Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender vorwarfen. Unter anderem war er für seinen Schlingerkurs im Umgang mit dem im September nach nur zehn Monaten zurückgetretenen Finanzvorstand Thomas Wüstefeld kritisiert worden. In der knapp zweistündigen Aussprache traten mehrere Redner ans Pult und teilten die in den Anträgen aufgeführten Kritikpunkte. Jansen selbst zeigte sich vor der Abstimmung zu Teilen einsichtig: "Natürlich wurden Fehler gemacht, gerade im letzten Jahr, natürlich gab es auch schlaflose Nächte." Ebenso kämpferisch und zukunftsorientiert zeigte er sich aber auch nach der Verkündung des Ergebnisses: "Ich bedanke mich für die Klarheit! Wir haben Großes vor uns, lasst uns den Weg gemeinsam durchziehen."

Anfang 2019 wurde der gebürtige Mönchengladbacher erstmals zum Präsidenten des HSV gewählt. Nachdem er sich mit seinen damaligen Stellvertretern Thomas Schulz und Moritz Schaefer überworfen hatte, trat er im Januar 2021 zurück, um im August desselben Jahres wiedergewählt zu werden. Seine jetzige Amtszeit läuft noch bis 2025.

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