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Ärger bei Hannover 96 über Last Minute-Gegentreffer

© imago images / Joachim Sielski

Frust bei Hannover, Erleichterung beim Hamburger SV! So lässt sich die Gemütslage der beiden Klubs nach dem 1:1-Unentschieden im Nordderby wohl am besten zusammenfassen. Die Niedersachsen verspielten erneut eine Führung, die Hanseaten feiern ihren Punktgewinn in buchstäblich aller letzter Sekunde.

Kocak hadert mit Nachspielzeit

Der Frust dürfte bei Hannover 96 dennoch die größere Emotion sein, denn schon vor zwei Wochen verschenke das Team von Trainer Kenan Kocak gegen Aufsteiger Wehen Wiesbaden die drei sicher geglaubten Punkte noch im letzten Moment. 2:2 hieß es nach 90 Minuten in der HDI-Arena gegen den Aufsteiger aus der hessischen Landeshauptstadt. "Das ist bitter für uns, wir lassen vier Punkte liegen. Aber wir werden weiter fighten und arbeiten, ändern können wir es nicht mehr", so Kocak nach der Partie. Erst in der fünften Minute der Nachspielzeit stach Hamburgs Joker Joel Pohjanpalo und die Niedersachsen mitten ins Herz.

Allerdings stieß die lange Nachspielzeit den 96ern sauer auf: "Kann ich mir nicht erklären. Wenn man heute hier fünf Minuten Nachspielzeit gibt, müssen wir in Regensburg 25 Minuten nachspielen. Da hat gefühlt alle 3 Minuten einer am Boden gelegen", bekundete Kocak seinen Unmut, angesprochen auf die lange Nachspielzeit. Der 39-Jährige forderte darüber hinaus ein transparenteres Vorgehen, beim Festlegen der Nachspielzeit: "In der Relation gesehen stimmen einige Sachen nicht. Da wird einfach nach freiem Ermessen entschieden. Fünf Minuten – natürlich kann man sich drüber unterhalten. Aber dann sollte es ein klares Reglement geben, wonach existiert eigentlich eine Nachspielzeit."

Mit neuem Mut nach Bielefeld

Auch wenn der frühere Sandhäuser die lange Nachspielzeit nicht nachvollziehen konnte, betonte er: "Das ist nicht der Grund gewesen, warum wir in der letzten Aktion den Sieg aus der Hand gegeben haben." Trotz des erneuten Last Minute-Rückschlags und vor der schweren bevorstehenden Aufgabe bei Tabellenführer Arminia Bielefeld stellte sich Trainer Kocak vor seine Mannschaft und leistete schon an den Mikros Aufbauhilfe: "Ich bin stolz auf die Leistung. Die Jungs tun mir ungemein Leid. Aber wir werden wieder aufstehen."