Alles, was ihr zum 17. Spieltag wissen müsst

Der letzte Spieltag der Hinrunde steht auf dem Programm, und es sind noch einige Fragen offen: Wer gewinnt das Duell um die Herbstmeisterschaft? Kann Hansa Rostock nach dem Trainerwechsel die Trendwende einleiten? Und wer nimmt allgemein ein gutes Gefühl mit in die Winterpause? Das bringt der 17. Spieltag.

Die Ausgangslage

Die sportliche Talfahrt bei Hansa Rostock hatte Konsequenzen. Am Mittwoch trennte sich die Kogge von Cheftrainer Alois Schwartz, nachdem dieser aus den vergangenen neun Pflichtspielen nur einen Sieg holen konnte. Schwartz hatte die Mannschaft erst im März 2023 übernommen und führte den Klub in der abgelaufenen Spielzeit zum Klassenerhalt. Nun ist aber nach 17 Punkten aus 16 Spielen und Tabellenplatz 16 Schluss für Schwartz und seinen langjährigen Co-Trainer Dimitrios Moutas. Bis auf Weiteres wird der sportliche Leiter des Hansa-Nachwuchsleistungszentrums Uwe Speidel die Leitung der Mannschaft übernehmen. Mit ihm soll zumindest akut in Paderborn die Negativspirale gestoppt werden.

Beim HSV wurde es kurz vor Jahresende auch nochmal unruhig. Die Walter-Elf hat vier Punkte Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz und könnte Rang drei sogar noch abtreten. Am anderen Ende der Tabelle läuft wiederum der 1. FC Kaiserslautern in Gefahr, auf den Relegationsplatz zur 3. Liga abzurutschen. Die Stimmungslage dürfte bei Holstein Kiel hingegen eine ganz andere sein. Sie sind die Mannschaft der Stunde und wollen mit einem weiteren Sieg die starke Hinrunde abschließen.

 

Paderborn gegen Rostock: Spiel eins nach Schwartz

Die Heimmacht HSV wurde gestürzt! Der SC Paderborn hat es am vergangenen Spieltag vollbracht: Punkte aus dem Volksparkstadion mit nach Hause nehmen, und davon gleich alle drei möglichen. Mit einem 2:1 knackten die Ostwestfalen die Gastgeber aus Hamburg, die zuvor keinen einzigen Punkt vor heimischer Kulisse abgaben. Die Paderborner dürften somit umso motivierter sein, auch daheim weitere drei Punkte einzufahren. Eine Statistik spricht schon mal für den SCP: Kein einziges der letzten acht Spiele gegen Hansa wurde verloren.

Rostock hat nach nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen Schalke auf dem Relegationsplatz abgelöst. Die Kogge reagierte und erhofft sich durch die Freistellung von Alois Schwartz einen neuen Impuls für die Mannschaft. Mit einem entsprechenden Ergebnis könnte Hansa sogar den Relegationsplatz wieder verlassen. Mut dafür macht auch, dass der letzte Sieg der Gäste auf fremden Platz eingefahren wurde. Kann zudem das erste Freitagabendspiel dieser Spielzeit für Rostock ein gutes Omen für eine erfolgreiche Trendwende sein?

Magdeburg gegen Düsseldorf: Wiedersehen in der Liga

Es kommt nach dem Aufeinandertreffen im DFB-Pokal zur Neuauflage des Duells Magdeburg gegen Düsseldorf. Im Pokal mussten die Gastgeber eine Niederlage einstecken, die Fortuna gewann mit zwei späten Toren mit 2:1. Diesmal soll es für die Magdeburger anders laufen, die nach einer guten zweiten Halbzeit in Fürth die Siegesserie des Kleeblatts in letzter Minute beendeten (1:1) und zeigten, dass mit ihnen ebenfalls bis zur letzten Minute einer Partie zu rechnen ist.

Die Fortuna verpasste mit dem 0:1 gegen Kiel den Sprung auf Rang zwei, den jetzt die Störche bekleiden. Ein für die Rheinländer recht ungewöhnliches Ergebnis, insbesondere in der Hinsicht, dass die Mannschaft von Daniel Thioune keinen eigenen Treffer erzielen konnte. Düsseldorf stellt nämlich zurzeit mit 34 erzielten Treffern die beste Offensive der Liga, hat trotz der torlosen Niederlage gegen Kiel im Schnitt drei Treffer pro Partie erzielt, wenn man die vergangenen vier Spiele betrachtet. Gegen Nürnberg und Schalke traf die Fortuna jeweils gar fünfmal. Hilft diese starke Offensive den Gästen, die Aufstiegsränge weiter im Blick zu behalten?

Nürnberg gegen HSV: Walter unter Druck

Der HSV schiebt Frust zum Jahresende. Der ehemalige Bundesliga-Dino ist nach der Niederlage gegen den SCP und nur einem Punkt aus drei Partien nur noch Tabellendritter, aus dem Pokal ausgeschieden, zudem ist die makellose Heimbilanz passé. Die Stimmung ist gereizt. Der Druck auf Trainer Tim Walter wächst nun vor dem Gang am Samstag nach Nürnberg. Denn das Kleeblatt aus Fürth und die Fortuna aus Düsseldorf sitzen dem HSV im Nacken und hoffen auf einen weiteren Patzer, um an der Walter-Elf vorbeizuziehen und auf dem Relegationsrang zu überwintern. An der Offensive sollte es für die Gäste nicht scheitern, der Klub aus der Hansestadt erzielte bisher als einziges Team der Liga in jedem Spiel einen Treffer.

Auf der anderen Seite konnte der FCN nach zuletzt vier Niederlagen am Stück einen Sieg in Elversberg einfahren und die Negativserie beenden. Der Club schaffte es zudem mal wieder, keinen Gegentreffer zu kassieren, nachdem es bei jenen vier Niederlagen happige 13 Gegentore gab. In der Offensive präsentieren sich die Nürnberger auch eher minimalistisch, in den vergangenen fünf Partien erzielte der Club magere zwei Törchen. Den Gastgebern dürfte das aber herzlich egal sein, sollte es wie in Elversberg wieder für drei Punkte reichen. Dann wäre der FCN sogar als aktueller Tabellenzehnter bis auf einen Punkt an den HSV herangerückt.

Kiel gegen Hannover: Wie lassen sich die Störche aufhalten?

Holstein ist die Mannschaft der Stunde, feierte vier Siege in Folge und könnte mit einem Dreier gegen Hannover nicht nur mindestens Platz zwei festigen, sondern auch die punktemäßig beste Zweitligaliga-Hinrunde der Vereinsgeschichte absolvieren. Das Topspiel am Samstagabend wäre also ein würdiger Abend, um sogar die Herbstmeisterschaft einzufahren und Historisches zu schaffen. Zuzutrauen ist es den Störchen in dieser Form allemal. Sinnbildlich für den Höhenflug der Kieler steht Lewis Holtby, der als Mittelfeldmotor das Spiel der Störche maßgeblich bestimmt und den wichtigen Siegtreffer in Düsseldorf erzielte.

Dieser Mammutaufgabe in Kiel muss sich Hannover nun also stellen. Die Vorzeichen stehen für 96 dabei eher mäßig. Die Hannoveraner konnten von den letzten fünf Spielen nur eins für sich entscheiden, spielten zuletzt gegen den KSC 2:2-Unentschieden. Dabei zeigten die Niedersachsen Moral, indem sie nach dem Anschlusstreffer von Voglsammer in der 72. Minute aufwachten und einen Zwei-Tore-Rückstand noch aufholten. In Kiel wäre den Gästen jedoch gut geraten, nicht erst so spät am Spiel teilzunehmen. Immerhin würde der aktuelle Tabellensechste mit einem Sieg den Relegationsrang zumindest weiterhin im Blick behalten.

Braunschweig gegen Kaiserslautern: Ein Kellerduell zum Abschluss

Die Eintracht aus Braunschweig hat sich unter dem neuen Coach Daniel Scherning stabilisiert und nach dem Sieg in Wiesbaden nun gegen Kaiserslautern, das sieben Punkte entfernt auf dem ersten Nichtabstiegsplatz steht, die Möglichkeit, nachzulegen. Dabei überzeugte diesmal die sonst so schwache Offensive der Löwen, die trotz der drei Tore in Wiesbaden mit 14 Treffern aus 16 Partien immer noch die schlechteste Offensive stellt.

Auf der anderen Seite muss sich der FCK ohne Zweifel um die eigene Abwehr kümmern. 34 Gegentreffer fingen sich die Roten Teufel bisher, nach Tabellenschlusslicht Osnabrück der zweitschlechteste Wert der Liga. Im Schnitt kassiert das Team somit mehr als zwei Gegentreffer pro Spiel. Außerdem misslang das Liga-Debüt von Dimitrios Grammozis nach der 1:2-Niederlage gegen Hertha BSC. Auf des Gegners Platz hat der Gast ebenfalls noch Luft nach oben, was die Bilanz von erst fünf Zählern unterstreicht. Nach sieben Ligaspielen ohne Sieg wäre es ein guter Zeitpunkt, zum Jahresabschluss diese Bilanzen zumindest etwas aufzuhübschen.

 

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