Arminia: Ein Jahr ohne Dreier in der Fremde
Der DSC Arminia Bielefeld gastiert am Freitagabend zum Auswärtsspiel beim SV Sandhausen. Dieses Spiel ist in mehrerer Hinsicht besonders. Seit beinahe genau einem Jahr sind die Ostwestfalen in der 2. Bundesliga ohne Auswärtssieg. Den letzten Erfolg gab es am 09.04. 2016 in - natürlich - Sandhausen. Als wäre das nicht schon genug Grund, den berühmten Bock endlich auch auf fremder Wiese umzustoßen, lässt die stetig punktende Konkurrenz den Arminen eigentlich keine andere Wahl. Bei einem Sieg winkt kurzzeitig sogar der 14. Rang der Tabelle.
Düsseldorf-Sieg teuer bezahlt
Den 2:1-Heimsieg über die Düsseldorfer Fortuna feierten Spieler und Fans nach der Partie ausgelassen. Die drei Punkte taten den Ostwestfalen in der Tabelle merklich gut. Auch mit der Leistung und der Einstellung seines Teams war der neue Trainer Jeff Saibene vollkommen zufrieden. Auch freute er sich über seinen ersten Sieg als Trainer, warnte aber vor verfrühter Euphorie: „Die Freude nach dem Sieg war sehr groß, doch es war nur eine schöne Momentaufnahme, denn es geht Schlag auf Schlag.“ Unter dem Strich waren die drei Punkte am Ende teuer bezahlt. Mit Christopher Nöthe hat sich Arminia Linksaußen schwer am Knie verletzt und wird in diesem Jahr möglicherweise kein Spiel mehr bestreiten können. Auch Kapitän und Torjäger Fabian Klos ging mit Blessuren aus der Partie, steht aber in jedem Fall im Kader. Für Nöthe könnte möglicherweise Sören Brandy auf den linken Flügel rücken, der seine Beschwerden offenbar auskuriert hat. Das gilt indes nicht für Manuel Horning, Michael Görlitz und Steffen Lang, die allesamt ausfallen werden. Die Momentaufnahme der Tabelle und der Platzierung als 15. ist nach dem überraschenden Sieg von Erzgebirge Aue bei Union Berlin auch schon wieder Geschichte. Es gilt also nun erneut nachzulegen, um den Abstiegskampf in Liga 2 weiter anzuheizen.
Wer gerät noch in den Strudel?
Dazu zwingend nötig ist eben ein Sieg beim SV Sandhausen. Sollte dieser tatsächlich gelingen, würden die Arminia gleich mehrere Teams unerwartet mit in den Abstiegskampf reißen. Die eigentlich schon sicher geglaubten Teams aus Würzburg, Bochum, Düsseldorf, Kaiserslautern, München und Sandhausen müssten plötzlich alle wieder nach unten schauen. Mit einer erneuten Leistung wie bei den letzten Auswärtsspielen werden die Arminen allerdings eher selbst versenkt werden, als das sie noch andere Vereine in Not bringen. Das bekräftigte Trainer Saibene auch deutlich: „Sandhausen tritt sehr solide auf, sie sind nicht einfach zu bespielen, aber ich will mich gar nicht so sehr mit dem Gegner befassen. Das haben wir in Bezug auf Düsseldorf auch so gemacht. Mein Ziel ist es, eher auf uns zu gucken. Die Resultate sind letztlich das Ergebnis unseres Auftretens. Um in Sandhausen zu gewinnen, benötigen wir die gleiche Leidenschaft wie gegen Düsseldorf.“ Sollte das Unterfangen Auswärtssieg tatsächlich gelingen, hätte der DSC den Klassenerhalt auf einmal wieder in der eigenen Hand und sogar eine deutlich nach oben zeigende Formkurve: „Ob wir jetzt auswärts oder zuhause spielen, das muss uns egal sein. Ein Auswärtssieg wäre allerdings sehr wichtig, denn das würde uns sicherlich nochmal einen Schub geben", so der Trainer. Bei aller Euphorie muss den Arminen aber eines bewusst bleiben: Nicht nur, dass die eklatant schlechten Auswärtsspiel den Verein weiter in akuter Gefahr eines Abstiegs halten, auch die Torgefährlichkeit rührt derzeit beinahe nur nach Standards. Einen Leckerbissen wird es am Freitag daher wohl eher nicht geben.