Arminia gegen Braunschweig: Mehr Mammutaufgabe geht nicht
Der DSC Arminia Bielefeld empfängt am kommenden Sonntag Eintracht Braunschweig zum letzten Heimspiel der aktuellen Saison in der 2. Bundesliga. Die Aufgabe ist von ihrer Komplexität kaum zu überbieten. Die Arminia muss die drei Punkte zwingend auf der Alm behalten, doch die Gäste aus Niedersachsen stecken mitten im Aufstiegsrennen. Insbesondere nach den späten Rückschlägen der vergangenen Wochen dürfte die Angst der Spieler und der Fans groß sein, dass schon am Sonntag Nachmittag die Zeit in der 2. Bundesliga mal wieder zu Ende geht.
Angewiesen auf Schützenhilfe
Eine Zukunft in der 3. Liga würde für die finanziell angeschlagenen Arminen sehr schwierig werden und könnte schnell in einem Desaster enden. Um den Abstieg doch noch zu verhindern, müssten die Bielefelder gleich mehrere Serien durchbrechen. Sie müssten die letzten beiden Spiele gewinnen – gegen Braunschweig und Dresden – und auf Schützenhilfe der Konkurrenz hoffen. Realistisch ist wohl maximal noch die Relegation in Reichweite der Ostwestfalen. Zusehr hängen die beiden späten Gegentore gegen Bochum, Fürth und Stuttgart noch in den Knochen. Mit diesen fünf verlorenen Punkten wäre das Team von Trainer Jeff Saibene in einer durchaus luxuriösen Position. Aufgeben will der Trainer das rettende Ufer aber noch lange nicht: „Es muss unser Ziel sein, das Spiel zu gewinnen. Wenn wir die letzten beiden Spiele gewinnen, können wir uns vielleicht sogar ohne Relegation retten. Das muss unser Ziel sein – alles andere müssen wir ausblenden", so Saibene auf der Pressekonferenz. Letztlich scheint der schwache Saisonstart aber wohl nicht mehr aufzuholen zu sein, wenngleich die direkte Konkurrenz aus St. Pauli mehr als eindrucksvoll bewiesen hat, was in einer Rückrunde alles möglich ist. Auf andere Vereine will der Trainer aber nicht schauen, sondern nur auf die eigenen Leistungen: „wir müssen uns ausschließlich auf uns konzentrieren.“
Es braucht das perfekte Spiel
Gegen die Löwen aus Braunschweig bleibt dem DSC wieder einmal keine Wahl als zu gewinnen. Dafür muss allerdings einiges zusammen kommen, da die Gäste nur gegen die Top-Teams in der Fremde verloren haben. Mut machen den Arminen zum Teil die Leistungen aus den letzten Spielen, aber insbesondere gegen die Top-Teams der Liga. Hannover, Stuttgart und Union Berlin taten sich in der SchücoArena besonders schwer und hätten durchaus ihre Spiele verlieren können. In allen drei Spielen gaben die Ostwestfalen Führungen leichtfertig aus der Hand und verspielten eine Vielzahl von Punkten. Es gäbe keinen besseren Zeitpunkt dieses Serie zu durchbrechen, denn die Tabelle zeigt die gefährliche Lage des Vereins. Dies hat auch Mittelfeldmann Reinhold Yabo erkannt: „Man weiß, dass sehr viel auf dem Spiel steht – es geht um so viel mehr, als einer Verletzung aus dem Weg zu gehen. Es geht darum, den Klassenerhalt zu schaffen. Und je enger es wird, desto mehr schaut man natürlich auch mal auf die Tabelle. Das ist ein natürlicher Prozess: Man schaut und rechnet sich die möglichen Ausgänge aus. Aber letztendlich heißt es dann doch wieder, den nächsten Gegner vor Augen zu haben.“ Zumindest Torhüter Wolfgang Hesl scheint wieder zum Rückhalt des Teams zu werden. In Bochum hielt er seine Mannschaft mehrfach in der Partie und am Gegentor ist ihm keine Schuld zuzuweisen. Es wird die Erfahrung der Führungsspieler brauchen, um den Abstieg des DSC in dieser Saison noch zu verhindern und die Schützenhilfe aus Sandhausen und Stuttgart gegen die Würzburger Kickers.