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Bericht: Karlsruhe nimmt Kontakt zu Dirk Schuster auf

Anfang des Jahres übernahm der bundesligaerfahrene und abstiegskampferprobte Mirko Slomka den Trainerposten des kriselnden Karlsruher SC. Nach einem bis dahin schwachen Saisonverlauf unter Vorgänger Tomas Oral und den zwei Nullnummern unter Interimscoach Lukas Kwasniok gegen Dresden und Braunschweig vor der Winterpause sollte er die Badener zum Klassenerhalt führen. Mit diesem Ziel trat er am 3. Januar seinen Dienst an. Statt eines Aufwärtstrends folgte ein noch tieferer Absturz. Neun Spieltage vor Schluss rutschte der KSC auf den letzten Tabellenplatz. Die dritte Liga droht. Das Vertrauen in Slomka scheint zu bröckeln. Nach Informationen des "Kicker" hat der Klub Kontakt zu Dirk Schuster aufgenommen. Soll er den Traditionsklub jetzt retten?

Kreuzer: "Da darf man nichts hinein interpretieren"

Mit dem 0:3 gegen Fortuna Düsseldorf ist der Traditionsklub am Tiefpunkt angelangt. Rang 18. Bei Slomkas Übernahme war Karlsruhe immerhin 15. Zwei Zähler fehlen auf den Relegationsrang der Bielefelder, vier sind es bereits auf das rettende Ufer und Platz 15, wo aktuell der FC St. Pauli steht. "Wir kämpfen weiter. Aufgeben gibt’s nicht. Das ist ein sehr gutes Motto der Fans und ich sehe es auch so", übte sich Slomka nach dem enttäuschenden Heimauftritt in Zweckoptimismus. Allerdings scheint fraglich, ob er für die finale Rettungsmission überhaupt noch verantwortlich sein wird. Sportdirektor Oliver Kreuzer stärkte dem Coach zwar den Rücken. Zu "100 Prozent", sei er sich sicher, mit Slomka am Ende der Saison den Klassenerhalt feiern zu können. Doch die Gerüchte, dass der KSC Dirk Schuster kontaktiert habe, lassen Zweifel aufkommen. Schuster trainierte zuletzt den FC Augsburg und wurde dort im Dezember vergangenen Jahres freigestellt. Als Profi spielte er zwischen 1991 und 1997 für Karlsruhe und kennt die Region somit bestens. "Da darf man nichts hinein interpretieren. Dirk Schuster ist hier ein altgedienter Spieler, man kennt sich natürlich über die Jahre hinweg und Dirk wohnt ja auch hier in Karlsruhe – man läuft sich immer mal wieder über den Weg. Das darf man nicht überbewerten“, wertet Kreuzer die Tatsache, dass Schuster gegen die Fortuna auf der Tribüne saß, als wenig brisant.

Discobesuche, verschlafenes Training: Mangelnde Einstellung?

Kreuzer nahm zudem die Spieler in die Pflicht und bemängelte öffentlich deren Einstellung. In einem Pressegespräch wurde er konkret und zählte Marvin Mehlem an, der eine Trainingseinheit schlichtweg verschlafen hatte. Auch der Discobesuch einiger Spieler vor dem wichtigen und mit 0:1 verloren gegangenem Duell im Abstiegskampf bei Erzgebirge Aue stieß dem Sportdirektor übel auf. Schuster schaffte 2016 mit Darmstadt 98 sensationell den Klassenerhalt in der Bundesliga und wurde "Trainer des Jahres". Slomkas Vertrag läuft noch bis 2018. Ob er ihn erfüllen wird?