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Beschlossen: Saisonstart ohne Stehplätze und Gästefans

© imago images / eu-images

Die 36 Erst- und Zweitligisten haben im Rahmen einer DFL-Mitgliederversammlung am Dienstag entschieden: Zum Saisonstart bleiben sämtliche Stehplatz-Kurven in den Stadien geschlossen, auch Gästefans sind nicht erlaubt – sofern überhaupt Zuschauer zugelassen werden.

Bis Jahresende ohne Gästefans

Auch wenn Stehplätze eine hohe Bedeutung für die Fankultur haben: Um angesichts der "andauernden pandemischen Lage die Einhaltung und die Kontrolle der Einhaltung von Abstands- und Hygienemaßnahmen in den Stadien zu erleichtern", wie die DFL erklärte, würden sämtliche Stehplatz-Kurven bei einer Fan-Rückkehr zum Saisonstart zunächst bis zum 31. Oktober geschlossen. Dann laufen in vielen Bundesländern die aktuellen Corona-Verordnungen zu Großveranstaltungen aus – die Entscheidung sei allerdings nichts einstimmig gewesen.

Gar bis zum Jahresende wären keine Gästefans in den Stadien erlaubt. Damit soll das Reiseaufkommen der Fans – vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln – reduziert und dadurch das Infektionsrisiko verringert werden. Besser sieht es für die Heimfans aus. "Wir werden in kleinen Schritten die Normalität für uns zurückerobern müssen", war DFL-Chef Christian Seifert von der grundsätzlichen Planung überzeugt, die eine Rückkehr in die Stadien über verschiedene Wege beinhaltet: Keine, wenige oder ein paar Fans.

Einen Moment, in dem wieder alle Zuschauer gleichzeitig zugelassen werden, schließt Seifert aus: "Wann dann wie viele Zuschauer wieder Großveranstaltungen besuchen können, ist keine Entscheidung der DFL und das gilt es zu akzeptieren."

Alkohol-Verbot

Ebenfalls beschlossen wurde ein vorübergehendes Ausschankverbot von alkoholischen Getränken in allen Stadien bis zum 31. Oktober sowie eine Datenerfassung, um mögliche Infektionsketten nachverfolgen zu können. Die Klubs haben sich auf Basis einer Erweiterung der Spielordnung bis zum Jahresende verpflichtet, Identität und Kontaktdaten der Stadionbesucher ermitteln zu können. Im Falle von Corona-Infektionen bei anwesenden Personen soll es auf diese Weise möglich sein, Infektionsketten früh und effektiv zu unterbrechen. Die genaue Ausgestaltung zur Nachverfolgung soll weiterhin in den Verantwortungsbereich der einzelnen Klubs fallen.

Grundsätzlich sollen Beschlüsse und Regelungen im Rahmen der Corona-Pandemie keine Generaldiskussionen auslösen, eine Abschaffung von Stehplätzen im Allgemeinen sei zu keinem Zeitpunkt ein Thema. "Ich möchte ausdrücklich betonen und unterstreichen, dass alle Diskussionen der bevorstehenden Saison immer noch unter den Voraussetzungen einer Pandemie geführt werden", erinnerte Seifert daran, dass bei allen Entscheidungen stets die Gesundheit der Menschen im Vordergrund stehen muss. Deswegen hofft der DFL-Chef selbst auch, "dass wir alle diese Konzepte und Leitfäden irgendwann nicht mehr brauchen, aber im Moment spielt Corona noch mit".

Sorge vor zweitem Lockdown

Das aktuelle Konzept, aufgebaut auf dem Konzept zum Re-Start, soll die schrittweise Rückkehr in die Normalität unterstützen. "Wir haben jetzt eine andere Voraussetzung als nach dem zweimonatigen Lockdown", sah Seifert die Gegebenheiten nun leicht verändert, aber der Kern des Interesse bleibt gleich. Ein zweiter Lockdown, infolge von möglichen Verfehlungen im Profi-Sport im Umgang mit den Fans, soll nicht begünstigt werden. Auch außerhalb der sportlichen Perspektive ist sich der DFL-Chef sicher: "Den nächsten wirtschaftlichen Lockdown werden wir noch länger spüren, als den ersten. Jeder sollte das Thema weiterhin ernst nehmen."