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Braunschweigs später Schuss ins Glück: "Treffe das Ding perfekt"

IMAGO / Christian Schroedter

Das Spiel Eintracht Braunschweig gegen den Wettbewerber um den Zweitliga-Verbleib, den SV Sandhausen, war wahrlich nicht das schönste Fußballspiel. Es lebte aber von ungemeinem Einsatzwillen beider Teams und einer Spannung, die sich erst in der Schlussminute mit dem besseren Ende für die Löwen legte. Felix Kroos dokumentierte dabei seinen enormen Wert für das Spiel des BTSV mit einem Freistoß-Tor für die Galerie, das dem BTSV den Sieg im dritten Spiel in Folge ohne Niederlage und Gegentor bescherte. Darüber hinaus hat der Aufsteiger die Abstiegsplätze verlassen.

"Sehr fahriges und emotionales Spiel"

Trainer Daniel Meyer wirkte nach dem zum Schluss der Partie nicht euphorisch, aber doch sehr erleichtert. Denn mit drei Punkten für die Eintracht hatte bis zur 90. Minute eigentlich niemand mehr gerechnet. Über ein torloses Unentschieden hätte sich eigentlich keines der beiden Teams beklagen dürfen. "Das Duell sah so aus, wie es die tabellarische Situation hat vermuten lassen", nahm Meyer einen eher neutralen Blickwinkel auf den Abstiegsgipfel ein. "Es war ein umkämpftes, sehr fahriges und emotionales Spiel. Es gab viel Zweikämpfe und Unzulänglichkeiten. Der Zeitpunkt des Tores ist für uns ideal gewesen. Vorher gab es unterschiedliche Spielphasen, wo es in die eine oder andere hätte kippen können", bezog sich der Braunschweiger Trainer auf viele vorher vergebene Chancen auf beiden Seiten.

"In der ersten Halbzeit habe ich erstmals bei meinen Jungs so etwas wie Nervosität gesehen, da hatten wir einige Wackler. Meine Spieler haben aber die ganze Zeit komplett dagegen gehalten, das war entscheidend." In der ersten Halbzeit des Spiels war die große Härte augenfällig, die besonders der SVS ins Spiel brachte. Der Schiedsrichter gab sehr früh gelbe Karten, allerdings nach einer Serie für Sandhausen dann auch für die Eintracht. "Wegen der vielen gelben Karten mussten wir zweimal zur Pause wechseln und haben trotzdem zu Null nach Hause verteidigt", sagte Meyer zum Karten-Festival.

Denkwürdiges Standardtor

Viele Passagen auch der zweiten Halbzeit auf beiden Seiten werden in fußballerischer Hinsicht wohl zukünftig in Vergessenheit geraten. Besonders das Angriffspiel ließ an Effektivität sehr zu wünschen übrig und wirkte beim Gastgeber und beim Gästeteam oft sehr unglücklich. Als Beispiel ist besonders Eintrachts Rechtsaußen Kaufmann zu nennen, der viele Kilometer lief und alles versuchte, aber immer wieder in entscheidenden Situationen für sich die falsche Entscheidung traf.

So musste für die Entscheidung des Spiels selbst ein denkwürdiges Standardtor herhalten. An dieses Tor von Felix Kroos werden sich nun alle Zuschauer für immer erinnern, denn sein Freistoß war perfekt ausgeführt und für Sandhausens Torwart Kampino unhaltbar. Möglicherweise wird diese Aktion das kommende Tor des Monats März. "Vor dem Antritt war ich überzeugt – aber sicher kann man nie sein", sagte Kroos selbst zur spielentscheidenden Situation, dem ein schöner Einsatz von Eintrachts Einwechselspieler Otto direkt zentral vor dem Strafraum vorangegangen war, der rüde vom SVS unterbunden wurde.

"Müssen nachlegen"

"Ich habe schon das Gefühl, dass ich Freistöße schießen kann! Dann habe ich das Ding perfekt getroffen", beschrieb der Kunstschütze Kroos seinen verwandelten Freistoß, der vorm Einschlag noch das Lattenkreuz touchierte. Über das Spiel fügte er an: "Es war heute reiner Kampf, das hat jeder gesehen. Vielleicht konnte der Freistoß am Ende die Fernseh-Zuschauer ein wenig für das unschöne Spiel entschädigen. Für uns ist das aber egal. Das einzige, was zählt, sind jetzt die drei Punkte! Die haben wir. Es ist immer wichtig, gegen einen direkten Konkurrenten zu gewinnen. Jetzt müssen wir aber nachlegen – wir haben in der Saison noch einiges zu tun!"

Mit dieser Einschätzung hat Braunschweigs bester Fußballspieler, der das Team gegen Sandhausen auf dem Platz auch ohne Kapitänsbinde sichtbar führte, sicherlich Recht. Die Defensive von Meyers Team steht jetzt anscheinend, besonders durch die mittlerweile eingespielte neue Innenverteidigung und die stabile Rückkehr des Rechtsverteidigers Wiebe. Erfreulich in der Schlussphase des Spiels: Auch Zuschauerliebling Kessel steht dem Team nach langer Verletzung wieder zur Verfügung und bekam in den letzten Minuten vom Trainer wieder etwas Spielpraxis. Allerdings ist im Spielaufbau und im erfolgreichen Strafraumspiel für den BTSV noch "etwas Luft nach oben".