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BTSV ratlos: "Kein Gegentreffer resultierte aus einem strukturierten Angriff"

imago images / Jan Huebner

Die Braunschweiger Talfahrt hält nach der deutlichen 0:4-Niederlage gegen den SV Darmstadt weiter an. Wieder liegen die Probleme der Niedersachsen in der Abwehr, die in Darmstadt einen Fehler nach dem anderen produzierte. Trainer Daniel Meyer zieht daraus eine Erkenntnis.

Schlechter Start in unterirdische Halbzeit

Der wenig erfolgreiche Abend für Eintracht Braunschweig nahm bereits in der fünften Spielminute des Spiels in Darmstadt seinen Lauf. Nach einem flachen Ball von der rechten Seite auf Darmstadt-Stürmer Dursun, legt dieser sich den Ball am herausgeeilten Braunschweiger Keeper Dornebusch vorbei und wird von ihm gelegt. Ein Blick, ein Pfiff: Elfmeter. Tobias Kempe verwandelt routiniert.

Eine Minute später. Die Eintracht kontrolliert das Leder und versucht aus der Viererkette heraus einen Angriff aufzubauen. Innenverteidiger Michael Schultz spielt den Ball zurück auf Dornebusch, doch der Pass gerät viel zu kurz. Auf halbem Weg erreicht Dursun den Ball, umkurvt den BTSV-Torwart und schiebt aus spitzem Winkel ins verwaiste Tor – 0:2.

Löwen-Trainer Daniel Meyer hatte auch nach Spielschluss noch Schwierigkeiten, dass Geschehene zu erklären. "Nach dem frühen Doppelschlag in der sechsten und siebten Minute ist es schwierig dieses Spiel zu analysieren. Die Art und Weise wie alle Gegentreffer gefallen sind, ist schwer nachzuvollziehen. Keines resultierte aus einem strukturierten Angriff des Gegners."

Wieder Slapstick-Gegentore im Doppelpack

Eine Erkenntnis, die nicht nur von den ersten beiden Gegentoren bestätigt werden sollte. Grobe Fehler in der Braunschweiger Hintermannschaft diktieren bis zur Pause das Spiel. In der 28. Minute ist Wiebe die Fehlerquelle, der einen hohen Ball in den Lauf von Paik spielt. Diese Situation kann Innenverteidiger Nikolaou noch entschärfen. Doch sechs Zeigerumdrehungen später ist er es selbst, der sich verschätzt. Per Kopfball verlängert er unfreiwillig für Dursun, der nicht lang fackelt und erneut ins Schwarze trifft. Nur zwei weitere Minuten später, in der 36. Minute, bringt Holland eine Flanke von links. Schultz möchte klären, aber erwischt Dursun am Fuß. Wieder zeigt Schiedsrichter Alexander Sather auf den Elfmeterpunkt. Wieder tritt Kempe an und wieder verlädt der 31-Jährige Dornebusch. Halbzeitstand 0:4 aus Braunschweiger Sicht.

"Ein 0:1 kann man aufholen, ein 0:2 haben wir auch schon aufgeholt. Aber zur Halbzeit liegen wir dann mit 0:4 hinten. Es zieht sich durch die Saison, dass, egal wer spielt, individuelle Fehler entstehen, die uns nicht passieren dürfen", kommentierte ein bedienter Eintracht-Kapitän Dominik Wydra den Spielverlauf. Nur der Braunschweiger Schadensbegrenzung in Halbzeit zwei war es zu verdanken, dass das Resultat nicht noch schlimmer ausfiel.

"Die Erkenntnis von heute ist: Die defensiven Probleme sind keine Frage des Systems, sondern eine Häufung von individuellen Fehlern, die uns immer wieder das Spiel kaputt machen", so Trainer Meyer. "Jetzt gilt es die Niederlage abzuschütteln und den Fokus auf die kommenden beiden Heimspiele zu richten – auch wenn das im Moment noch schwer fällt."