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Darmstadt verliert 0:2 in Braunschweig: Kein Beinbruch

Dieser Freitagabend bot alles, was ein gutes Zweitligaspiel ausmacht: Intensive Zweikämpfe, Spannung bis zum Schluss und eine prickelnde Atmosphäre auf den Rängen. Das Duell zwischen Eintracht Braunschweig und dem SV Darmstadt 98 war sein Eintrittsgeld allemal wert, besonders für den Großteil der 21.805 Zuschauer: Harvard Nielsen (34.) und kurz vor Schluss Dennis Kruppke erzielten die Tore für Braunschweig. Unterm Strich ist dieser Sieg verdient, wobei die Hausherren ein hartes Stück Arbeit zu verrichten hatten. Darmstadt zeigte erneut eine starke Leistung und hätte mit etwas Glück mindestens einen Punkt mitnehmen können.

Braunschweigs Pfitzner im Glück

Allerdings übersah Schiedsrichter Ittrich ein Foul von Marc Pfitzner an Marcel Heller im Braunschweiger Strafraum (39.). Dieses hätte nicht nur einen Elfmeter, sondern auch noch die Gelb-Rote Karte für Pfitzner zur Folge gehabt. Der hatte nämlich bereits eine Verwarnung kassiert, weil er Darmstadts Hanno Behrens bei einem Kopfballduell rüde zu Boden rammte. Behrens knallte mit dem Hinterkopf auf den Rasen und musste wenig später ausgewechselt werden. Wie Christoph Kramer im WM-Finale hatte Behrens einiges abbekommen, „ich kann mich an nichts mehr erinnern“, so der 24-Jährige. So kam Florian Jungwirth zu seinem ersten längeren Einsatz für Darmstadt, und der Zugang vom VfL Bochum hatte in der zweiten Halbzeit auch die größte Chance für die „Lilien“: Nach einem Eckball von Tobias Kempe köpfte Jungwirth platziert aufs Braunschweiger Tor, doch Benjamin Kessel konnte gerade noch so auf der Linie klären. Dieses 1:1 hätte Braunschweig in Schwierigkeiten gebracht, war dem Team von Torsten Lieberknecht doch immer mal wieder anzumerken, dass es zuvor drei Spiele in Folge verloren hatte: Ungenauigkeiten und Abspielfehler schlichen sich des Öfteren in das Aufbauspiel der Gastgeber ein.

Eintracht zeigte jedoch über das gesamte Spiel, dass dieser Sieg unbedingt gelingen soll, in der Endabrechnung hatten die Braunschweiger die klareren Chancen. Allein Orhan Ademi vergab zwei große Möglichkeiten, außerdem blieb die Pfeife vom Schiedsrichter auch bei einer kniffligen Situation im Darmstädter Strafraum still, als Torhüter Mathenia Ademi leicht berührte. Generell stachen Mirko Boland, Herz des Braunschweiger Spiels, und Torschütze Harvard Nielsen heraus, der gerade in der Offensive viele Zweikämpfe gewinnen konnte und durch sein 1:0 viel Druck von der Mannschaft nahm.

„Wir haben erneut gezeigt, dass wir mithalten können“

Auf Darmstädter Seite war das größte Problem, dass der letzte Pass oftmals zu unsauber gespielt wurde. Deshalb kamen Dominik Stroh-Engel und besonders Marco Sailer in vorderster Front kaum einmal in gute Schuss-Positionen. Stroh-Engel ließ sich im weiteren Spielverlauf öfter einmal zurückfallen, um sich die Bälle selbst abzuholen. Generell hatten sich die Eintracht-Innenverteidiger Marcel Correia und Saulo Decarli aber gut auf Darmstadts Torjäger eingestellt. Allzu sehr sollten sich die „Lilien“ nach der ersten Niederlage der Saison nicht ärgern, denn sie haben einem Bundesliga-Absteiger auswärts alles abverlangt. „Wir haben erneut gezeigt, dass wir mehr als nur mithalten können“, sagt Jerôme Gondorf treffend. Und zumindest daran wird sich sicherlich auch Hanno Behrens erinnern können.