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Derbyheld Löwe: "Er sagte, ich soll reingehen und es genießen"

Endlich war der Bann gebrochen: Ausgerechnet im Derby gegen den FC Erzgebirge Aue gelang der SG Dynamo Dresden der lang ersehnte erste Sieg im neuen Jahr. Die Wende brachte dabei auch noch Eigengewächs Justin Löwe, der einen perfekten Tag erlebte.

Löwe: "Es gibt nichts Schöneres"

Lange mussten die Fans der SG Dynamo Dresden darauf warten, endlich mal wieder einen Sieg feiern zu dürfen. Als der Schlusspfiff ertönte und der 3:1 Auswärtssieg im Derby gegen Erzgebirge Aue besiegelt war, brachen alle Dämme: Mannschaft und Fans feierten den ersten Liga-Erfolg im Jahr 2019. "Wie wichtig das für uns alle war, hat man beim Feiern mit den Fans am Ende gesehen", brachte Lucas Röser auf den Punkt. Der Stürmer hatte in der 50. Minute das erste Tor der Dresdener und damit den Ausgleich erzielt. Im Fokus stand aber wenig später ein anderer Akteur.

Justin Löwe, seines Zeichens Dynamo-Eigengewächs, wurde in der 77. Minute von Trainer Christian Fiel für Röser auf den Platz geschickt. Der 20-Jährige hatte in der Hinrunde erst einen einzigen Kurzeinsatz über eine Minute verzeichnen – diesmal blieben ihm 13. Und die nutzte der Mittelfeldspieler: "Er sagte, ich soll reingehen und es genießen", rekapitulierte Löwe den Moment, als der Coach ihn einwechselte: "Ich war ein bisschen überfordert."

Diese Überforderung sollte man Löwe allerdings nicht anmerken. Denn nur vier Minuten nach seiner Einwechslung traf Löwe und brachte sein Team so auf die Siegerstraße: "Das erste Tor vergisst man nicht", beschrieb Löwe, für den der Premieren-Treffer im Derby etwas ganz besonderer war: "Ich denke, wir haben alle gesehen, was nach dem Abpfiff los war. Uns fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Ein schöner Moment. Für mich als Dresdener Junge gibt es nichts Schöneres."

Wenig Zeit zum Genießen

Auch Coach Christian Fiel war die Erleichterung auf der Pressekonferenz nach dem Spiel deutlich anzumerken. Vor allem, da die erste Halbzeit weder spielerisch noch vom Ergebnis her in Richtung der Dresdener lief: "Wir hatten am Anfang Probleme, wir waren nicht sofort da", kritisierte der Coach, dem insbesondere die Einstellung seiner Mannschaft missfiel: "Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Jungs verstanden haben, was das für ein Spiel ist. Dass das ein Derby ist. Schönspiel ist das eine, aber in einem Derby musst du in meinen Augen anders spielen. Mit mehr Druck nach vorne, mit mehr Leidenschaft."

Das sprach der Coach in der Halbzeit unmissverständlich an und traf dabei offenbar die richtigen Töne: "Dann sind in meinen Augen auch verdient drei Tore gefallen. Ich habe den Jungs ein großes Kompliment gemacht, wie sie das dann gespielt haben." Und auch, wenn der Sieg "nur ein kleiner Schritt" gewesen sei – für den Tag war der Trainer zufrieden: "Heute sollen sie es genießen. Am Donnerstag gegen Fürth müssen sie wieder da sein."