Die beängstigende Konstanz des SC Paderborn 07

26 von 33 möglichen Punkten! Das ist die Bilanz des SC Paderborn 07 nach den bisherigen elf Rückrundenspielen. Nach dem schwachen Saisonstart haben sich die Ostwestfalen nach oben gekämpft und grüßen mittlerweile nicht nur vom ersten Platz der Rückrundentabelle, sondern auch vom Relegationsplatz in der vollständigen Rangliste. Bis zur unmittelbaren Konkurrenz auf den Plätzen vier und fünf sind es bereits sechs Punkte. Bei nur noch sechs ausstehenden Duellen in dieser Spielzeit ein durchaus komfortabler Vorsprung, zumal die Mitanwärter in den vergangenen Wochen nur unregelmäßig punkteten. Ganz anders sieht es dagegen beim SCP aus, dessen Konstanz mittlerweile beängstigend wirkt.
Acht Siege in elf Partien
Während Union Berlin und Greuther Fürth (jeweils 17 Punkte in der Rückrunde), Kaiserslautern und St. Pauli (15) und Karlsruhe (14) oft Zähler liegen ließen, eilt der SCP von Sieg zu Sieg. Von den elf Partien im erwähnten Zeitraum gewannen die Schwarz-Blauen acht - und damit doppelt so viele wie Fürth, Kaiserslautern und Karlsruhe. Nur bei der Niederlage gegen den KSC und den Unentschieden gegen 1860 München und Union Berlin fuhren die Paderborner nicht alle drei Punkte ein. Wurden die Partien zu Beginn dieser Serie oft "nur" knapp mit 1:0 gewonnen, lässt der SCP den Gegnern in den letzten Wochen oft keine Luft zum Atmen. Der 3:0-Heimsieg des SCP am vergangenen Dienstag war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Von Minute eins machte die Elf von André Breitenreiter klar, wer den Platz als Sieger verlassen wird. Nach zunächst einigen vergebenen Großchancen landete der Ball in der 41. Minute schließlich im Tor. Nun lief es bei den Schwarz-Blauen wie so oft erst recht rund und im zweiten Abschnitt wurden das 2:0 (58.) und 3:0 (69.) nachgelegt. Wenn Paderborn erstmal in Führung liegt, was in dieser Saison bereits 21-Mal der Fall war (deutlicher Liga-Bestwert), ist die Mannschaft kaum noch zu stoppen. So geschehen auch beim Auswärtsspiel am vergangenen Sonntag in Frankfurt, das mit 3:1 gewonnen wurde. Bei sommerlichen Temperaturen spielte der SC phasenweise wie aus einem Guss und hätte mit etwas mehr Konsequenz gar noch höher gewinnen können. Alban Meha fasste die aktuelle Serie nach dem Spiel im vereinseigenen Video-Kanal treffend zusammen: "Es macht uns einfach Spaß, jede Woche zu spielen, da oben in der Tabelle zu stehen und die Anderen zu ärgern. Wir wollen weiter so machen und dann mal schauen, wo es endet".

Famose Mannschaftsleistung
Die derzeitige Konstanz lässt sich vor allem auf die mannschaftliche Geschlossenheit zurückführen. Im Sturm lassen sich die Angreifer oft weit in die eigene Hälfte zurück fallen und legen so weite und wichtige Laufstrecken zurück. Das Mittelfeld steht, besonders nach der Winter-Verpflichtung von Marvin Bakalorz, überaus kompakt und trennt die gegnerischen Spieler meist schon auf Höhe der Mittellinie sauber vom Ball. Die Abwehrspieler schalten sich immer wieder gerne mit Nadelstichen in das Offensivspiel ein und bereiten so nicht selten ein Tor vor. Sollte dennoch mal ein Ball verloren gehen und der Gegner zu einem Schuss kommen, ist Torhüter Lukas Kruse auf dem Posten, und rettet wie beim Auswärtsspiel in Berlin wichtige Punkte. Beängstigend ist mittlerweile nicht nur die starke Punkteausbeute, sondern auch das Selbstbewusstsein der Spieler. Nahezu jede Woche gelingt dem SCP ein Traumtor, welches andere Vereine nur ein Mal pro Saison erzielen. Tore aus über 30 Metern, direkte Freistöße und sogar eine direkte Ecke gehören zum Repertoire des SCP07.
Ein machbares Restprogramm
Knüpfen die Paderborner auch in den kommenden Wochen an die aktuelle Form an, könnte die Sensation vom Bundesliga-Aufstieg in der Tat gelingen. Das Restprogramm spricht in jedem Fall für den SCP: Von den sechs ausstehenden Partien absolvieren die heimstarken Ostwestfalen gleich vier im eigenen Stadion. Den Anfang macht Fortuna Düsseldorf am kommenden Freitag, wo das Stadion mit 15.000 Zuschauern bereits jetzt nahezu ausverkauft ist. Es folgt das Auswärtsspiel in Ingolstadt und der Heim-Doppelpack gegen Fürth und Sandhausen, wo man gar aus eigener Kraft auf den zweiten Tabellenplatz vorstoßen kann. Zum Saisonfinale wartet auswärts der FC Erzgebirge Aue und im heimischen Stadion der VfR Aalen. Längst hat sich in der Stadt eine Euphorie-Welle breit gemacht, sodass die letzten vier Heimspiele vor sehr guter Kulisse stattfinden werden. Und vielleicht gelingt mit der Unterstützung des Publikums am Ende der erste Aufstieg in das Bundesliga-Oberhaus. Es wäre wohl die größte Sensation der letzten Jahre.
