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Nach Remis im Hinspiel: Capretti sieht "richtig gute Ausgangsposition"

IMAGO / Dennis Hetzschold

Dynamo Dresden hat auf dem Betzenberg der Wucht des 1. FC Kaiserslautern standgehalten und sich mit dem 0:0 eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel geschaffen. Im Nachgang vermittelten beide Trainer einen zuversichtlichen Eindruck.

Schuster: "Fahren mit breiter Brust nach Dresden"

Aus fußballerischer Sicht war das Relegationshinspiel kein Leckerbissen. Für Begeisterung und Spektakel sorgten hingegen die Fans beider Lager, die dem Aufeinandertreffen zweier großer Traditionsvereine einen würdigen Rahmen verliehen. FCK-Trainer Dirk Schuster sprach auf der Pressekonferenz nach dem Spiel von einer "sensationellen Kulisse". Die Fans haben mit ihrer Unterstützung von der ersten bis zur letzten Minute für "Gänsehaut-Feeling" gesorgt. Seine Mannschaft habe gezeigt, wozu sie körperlich fähig ist. Der hohe Aufwand, den sie von der ersten Minute an leistete, führte jedoch dazu, dass hinten raus "der Schlauch ein bisschen geplatzt" und so mancher Spieler "auf dem Zahnfleisch unterwegs" war.

Auch wenn der FCK es verpasst hat, im eigenen Stadion mit einem Sieg vorzulegen, zeigte sich Schuster optimistisch im Hinblick auf das Rückspiel. Man werde "mit breiter Brust nach Dresden fahren", dem Gegner alles abverlangen und ihm einen großen Kampf liefern. Er glaubt fest daran, das Rückspiel gewinnen zu können, um damit in die 2. Liga aufzusteigen.

Endspiel für Dynamo vor heimischer Kulisse

Der Dresdner Trainer Guerino Capretti lobte die eigenen Anhänger ebenfalls in den höchsten Tönen. Er habe wahrgenommen, dass "unsere Fans manchmal lauter waren als das komplette Stadion". Ihm war bewusst, dass das Heimteam von Beginn an Druck machen wird, aber seine Abwehr hat "richtig gut gearbeitet" und die Wucht der Lauterer im Griff gehabt. Allerdings lief der Ball nicht so flüssig wie erhofft, wobei der SGD-Trainer es dem einen oder anderen nicht verübeln wollte, vor der gewaltigen Kulisse Fehler zu vermeiden und nicht befreit aufzuspielen. Das torlose Remis bewertet er als "richtig gute Ausgangsposition", um vor heimischer Kulisse mit einem Sieg den Klassenerhalt zu erreichen, wenngleich er zugestand, dass "wir uns in der Offensive steigern müssen". Fraglich ist, ob Mittelfeldspieler Paul Will im Rückspiel mitwirken kann, der in der ersten Halbzeit eine starke Gehirnerschütterung erlitt und anschließend zur Untersuchung in das Krankenhaus gebracht wurde. Für ihn wurde Yannick Stark nach 20 Minuten in das kalte Wasser geworfen, dem der Trainer für seine Leistung ein Riesenlob aussprach. Dies zeige den Charakter des 31-jährigen Führungsspielers, der in den letzten Wochen weniger berücksichtigt wurde, aber nun seinen Beitrag leistete, als er gebraucht wurde.

Im Rückspiel am Dienstag soll für Capretti endlich der Knoten platzen, der in den bisherigen 11 Partien unter seiner Regie noch keinen Sieg erreicht hat. Die vergangenen Spiele sieht er im Nachhinein als Lernprozess für seine Mannschaft, um auf diese allerletzte Chance hin zu arbeiten. Mit einem positiven Gefühl geht er in dieses Entscheidungsspiel, in dem die SGD alle Trümpfe in der Hand hat, um nach einer sieglosen Rückrunde das Saisonziel doch noch zu erreichen und die Klasse zu halten.