Eichner vermisst warme Leitungen: "Furchtbare erste Halbzeit"

Im Duell mit dem F.C. Hansa Rostock sammelte der Karlsruher SC einen weiteren Punkt ein. Das 2:2-Remis stellte Cheftrainer Christian Eichner jedoch überhaupt nicht zufrieden, obwohl seine Mannschaft noch von einem doppelten Rückschlag zurückkam. Eine glückliche Entscheidung des Videoassistenten half.

"Heute haben wir mal Glück gehabt"

Auf dem Trainingsplatz hatte Christian Eichner eine hervorragende Woche mit seiner Mannschaft erlebt. Doch zum Start der Partie gegen Rostock war davon nichts mehr zu spüren. "Wenn das Spiel losgeht, dann muss ich bereit sein. Das war dei Mannschaft nicht. Wir hatten eine furchtbare erste Halbzeit. Kein Körpersprache, keine Energie", fasste der 41-Jährige schnörkellos zusammen. Zur Kritik kam fehlende Zweikampfstärke und wenige Offensivaktionen hinzu. "Eigentlich sind wir in der Pause schon komplett raus aus dem Spiel", fand Eichner.

Denn schnell lagen die Karlsruher mit zwei Toren hinten. Weil den Rostockern jedoch ein Fehler im Aufbauspiel unterlief, konnte der KSC noch vor dem Seitenwechsel ein Geschenk nutzen. So konnte sich Eichner mit seiner Mannschaft "noch einmal neu aufstellen, was wir auch 20 Minuten getan haben". Dann netzte Rostock allerdings zur vermeintlichen Entscheidung ein - wenn Schiedsrichter Deniz Aytekin den dritten Treffer nicht wegen eines Hinweises des Videoassistenten nicht zurückgenommen hätte. Eichner befürwortete zwar den Eindruck, dass Sebastian Jung im Zweikampf mit Vorlagengeber Svante Ingelsson gefoult wurde, doch der 41-Jährige resümierte auch: "Heute haben wir mal Glück gehabt. Es wird uns auch wieder im negativen Kontext treffen."

"Leichtigkeit nicht an Bord"

So kam Karlsruhe in der Schlussphase durch einen weiteren Jokertreffer von Budu Zivzivadze (81.) zurück. "Trotzdem müssen wir sagen, das Gefühl hatte zumindest ich, dass selbst nach dem 2:2 keine Phase aufgekommen war, in der wir den Gegner eingeschnürt oder mit der gewissen Selbstverständlichkeit gespielt haben", so Eichner. Es sei wichtig für die Mannschaft gewesen, dass sie durch das Comeback das dritte Spiel in Folge ohne Niederlage bestritt, doch zufrieden war der Cheftrainer am Ende nicht.

"Die Leichtigkeit war heute überhaupt nicht an Bord, sondern alles wirkte sehr schwer. Die Leitungen von oben bis ganz nach vorne in den Zeh waren ellenlang und scheinbar dem Wetter angepasst. Kalt", führte der KSC-Coach eloquent aus. Den Punkt nähme der 41-Jährige daher zwar mit, doch die Forderung an kommenden Freitag (18:30 Uhr) gegen Hannover 96 war, "einiges besser machen" zu müssen. Denn: "Wenn du so eine erste Halbzeit spielst, dann wirst du auch nicht belohnt." Und in der Konsequenz bleibt der KSC ohne Befreiungsschlag mit 17 Punkten auf Platz 14 stehen.

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