• Facebook
  • Twitter

Einspruch gegen Spielwertung: Dynamo-Anwalt sieht Regelverstoß

© imago images / Jan Huebner

Dynamo Dresden kämpft um den Klassenerhalt – auch am grünen Tisch: Der Tabellenletzte hatte Einspruch gegen die Spielwertung der Partie gegen den SV Darmstadt 98 eingelegt. Unterstützt wird der Verein von Anwalt Christian Quirling, der Einblick in den Prozess gab.

Durfte der VAR eingreifen?

Dem Einspruch liegt der vermeintliche Treffer der Dresdener zum 3:3 gegen Darmstadt zugrunde, der letztlich nicht gegeben wurde. Aufgrund einer passiven Abseitsstellung von Jannis Nikolaou hatte Schiedsrichter Michael Bacher die Situation nochmal unter die Lupe genommen – nach Einschreiten des Video-Assistenten. Aber hätte der VAR überhaupt eingreifen dürfen?

Anwalt Christian Quiring beantwortete diese Frage gegenüber der "Sächsischen Zeitung" eher mit "Nein" – und begründet darauf auch den Einspruch Dynamos gegen die Spielwertung. Der Video-Assistent dürfe nur eingreifen, wenn eine klare und offensichtliche Fehlentscheidung vorläge: "Das heißt, bei einer strittigen Situation ist er überhaupt nicht befugt, einzugreifen."

Der VAR nehme allerdings mehr Einfluss auf die Partie, als ursprünglich angedacht. Der Schiedsrichter sei nicht mehr die einzige Entscheidungsgewalt auf dem Platz: "Inzwischen nimmt der Video-Assistent erheblichen Einfluss. Er ist ein Spiel-Offizieller und nicht irgendein Lakai. Wenn durch sein unberechtigtes Eingreifen eine falsche Entscheidung rauskommt, muss man die auch rückabwickeln können", findet Quirling.

Audio wird nicht übergeben

Zu diesem Zweck würde der Anwalt gerne die Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Video-Assistent überprüfen – stößt dabei aber auf taube Ohren: Der Antrag auf eine Übersendung der Audio-Aufzeichnungen sei abgelehnt worden. Mit der Begründung, diese sei aufgrund der Tatsache, dass im Endeffekt nur der Schiedsrichter entscheide, irrelevant. Eine Begründung, die den Anwalt nicht gerade glücklich stimmt: "Wenn die eine Partei Informationen hat, besteht der Anspruch, dass sie diese der anderen Seite mitteilt."

Ob der Einspruch letztlich Erfolg hat, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Quirling sagte aber auch: "Wir sind nicht blauäugig. Wir kennen die bisherigen Entscheidungen, die waren abschlägig."