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Erleichterter HSV feiert "Sieg der Mentalität" gegen Fürth

imago images / Zink

Der Hamburger SV ging auch im dritten Ligaspiel in Folge ungeschlagen vom Platz und ist derzeit das Maß aller Dinge in der zweiten Bundesliga. Gegen die SpVgg Greuther Fürth mühte sich der einstige Bundesliga-Dino zwar zu einem knappen 1:0-Auswärtserfolg, musste jedoch auch rund 40 Minuten mit zehn Mann agieren. Am Ende freuten sich Spieler und Cheftrainer Daniel Thioune über einen "Sieg der Mentalität" und die Wiedereroberung der Tabellenspitze.

"Glückliche Führung" kurz vor der Pause

Als Schiedsrichter Martin Petersen am Samstagnachmittag ein letztes Mal in seine Pfeife blies, brachen die Spieler des Hamburger SV in Jubelschreie aus und sanken erschöpft auf den Boden. Der mühsame 1:0-Auswärtssieg bei der SpVgg Greuther Fürth hatte die Rothosen merklich Körner gekostet. Und so urteilten auch die Spieler wie auch Cheftrainer Daniel Thioune nach dem Abpfiff unisono, dass man einen – wie Abwehrspezialist Moritz Heyer treffend ausdrückte – "Sieg der Mentalität" eingefahren hatte, den Thioune als einen "weiteren Schritt in unserer Entwicklung" einordnete.

Aggressive und pressende Fürther machten dem HSV von Beginn an das Leben schwer. "Wir haben heute 90 Minuten lang zu spüren bekommen, dass die Fürther eine gute Spielanlage haben", analysierte Thioune entsprechend und musste nach dem Lattentreffer von Fürths Seguin (7.) und dem letztlich spielentscheidenden Tor des Tages durch Ex-Führter Narey (45.+3) kurz vor der Pause eingestehen: "Wir hatten Probleme mit ihrem Pressing und Glück bei dem Lattentreffer, somit war die Führung zu dem Zeitpunkt kurz vor der Pause auch eher als etwas glücklich zu bewerten."

HSV besteht "riesengroße Herausforderung"

"In der ersten Halbzeit hatten wir erst ein paar Probleme, sind dann aber besser ins Spiel gekommen", ließ Torschütze Narey die Partie noch einmal Revue passieren, "das 1:0 vor der Pause war sehr wichtig für uns." Wie wichtig, sollte sich vor allem im zweiten Abschnitt zeigen, als HSV-Verteidiger Leistner nach einem Foulspiel an Kleeblatt-Stürmer Nielsen als letzter Mann die Rote Karte sah und folgerichtig des Platzes verwiesen wurde (53.). "Wir mussten nach dem Platzverweis richtig hart arbeiten, um den Sieg zu verteidigen", gab Neuzugang und Startelfdebütant Sven Ulreich Einblick in die nervenaufreibenden und kräftezehrenden 40 Minuten in Unterzahl, in denen die Gastgeber die Hansestädter zwischendurch noch einmal vor Probleme stellten. So wurde Lewelings vermeintlicher Ausgleich wegen eines Handspiels zurückgepfiffen (73.) und Heyers Klärungsversuch landete nur am eigenen Pfosten (76.).

Insgesamt aber ließ der HSV auch nach dem Platzverweis wenig zwingende Torchancen zu, hätte sogar durch Kittel noch auf 2:0 stellen können (69.) und sah sich am Ende als glücklicher Sieger, der es "als Gruppe sehr gut gemacht und deshalb aus meiner Sicht am Ende auch verdient gewonnen" habe, so Ulreich weiter. Und so freute sich im Nachgang auch ein erleichterter Daniel Thioune über den dritten Dreier in Folge und macht seiner Mannschaft "ein großes Kompliment dafür, wie sie im Anschluss an den Platzverweis kurz nach dem Seitenwechsel verteidigt und sich reingehängt hat. Da hat sie eine sehr gute Mentalität gezeigt, denn in Unterzahl in Fürth zu bestehen, ist eine riesengroße Herausforderung, die wir bestanden haben." Schon am kommenden Samstag stellt sich den Hansestädtern die nächste Reifeprüfung, wenn die aktuell noch sieglosen Würzburger Kickers im Volksparkstadion gastieren.