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Erzgebirge Aue: Die ersten Punkte im neuen Jahr

Der FC Erzgebirge Aue hat nach zwei schwachen Spielen und Niederlagen zurück in die Spur gefunden. Nach heftiger Kritik und einer internen Krisensitzung gab die Mannschaft von Daniel Meyer die richtige Antwort. Beim ausgemachten Lieblingsgegner St. Pauli drehten die Veilchen einen frühen Rückstand und gewannen mit 1:2.

Erste Hälfte: Hochscheidts Doppelpass mit der Latte

Vier Änderungen nahm Chefcoach Daniel Meyer nach dem desolaten Auftritt zuhause gegen Ingolstadt vor. Taktisch orientierten sich die Auer wieder am bewährten 5-3-2-System mit der Doppelspitze Iyoha und Testroet. Bei sonnigen Wetter brauchten beide Mannschaften nicht lange, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Nach einem langen Schlag verschätzte sich Avevor in der Pauli Abwehr, doch das großzügige Geschenk ließ Iyoha liegen und scheiterte am wiedergenesenen Himmelmann. Der FC St. Pauli, der mit dem Erzrivalen HSV um die Aufstiegsränge spielt, war im Gegenzug deutlich eigennütziger. Nachdem drei Auer am rechten Flügel Dæhli nicht stoppen konnten, klaffte im Zentrum eine große Lücke. Der Rest der Auer Abwehr fokussierte sich auf Alex Maier, der den Ball jedoch durchließ und Buchtmann völlig frei zur St. Pauli Führung einnetzen konnte. Der befürchtete Fehlstart für die Auer, doch die Mannschaft von Daniel Meyer verfiel nicht in alte Verhaltensmuster, sondern versuchte eine Antwort zu geben. Die Kiezkicker drängten ebenso auf das nächste Tor und so ließen beide Seiten große Lücken in ihrer Deckung zu. In der 29. Minute bestraften die Auer diese offene Deckung der Hamburger und glichen aus. Der stark aufspielende Iyoha setzte sich am rechten Flügel ohne Probleme gegen Buballa durch und flankte in den Strafraum zum sträflich freien Hochscheidt. Der erste Kopfball krachte noch an die Latte, den Abpraller köpfte Hochscheidt dann überlegt ins lange Eck. Der verdiente Ausgleich für die Mannschaft von Daniel Meyer.

Zweite Hälfte: St. Pauli verzweifelt an Männel

Aus dem Gegentreffer schien der FC St. Pauli nichts gelernt zu haben. Die Veilchen machten weiterhin das Spiel breit und aufgrund der offensiven und hoch aufgerückten Spielweise der Hausherren ergaben sich große Räume. Über einen schnellen Konter kamen die Auer auch prompt in der 49. Minute zum Erfolg. Über Testroet kam der Ball zu Hochscheidt, der im Doppelpass mit Iyoha frei durch war und volley den Ball im langen Eck versenkte.  Ein blitzsauberer Angriff der Veilchen, die nunmehr verdient in Führung gingen. St. Pauli rüttelte der Treffer wach und die Hausherren dominierten nach dem Rückstand die Partie. Zahlreiche Torchancen erspielten sich die Paulianer, an Martin Männel fanden sie aber keinen Weg vorbei. Der Auer Kapitän hielt eindrucksvoll gegen Schneider. Alex Maier suchte man lange Zeit im Stadion vergebens, der Routinier mit eingebauter Torgarantie kam über 80 Minuten an der Auer Abwehr nicht vorbei. Eine Großchance und den Ausgleich vergab der Ex-Frankfurter in der Schlussphase dann aus kürzester Distanz. Glück für die Auer, die kurz vor dem Ende allerdings noch das 1:3 auf dem Kopf hatten. Nach einer Ecke war es Testroet der an den Ball kam, aber am Aluminium scheiterte. Fünf quälend lange Minuten ließ Schiedsrichter Badstübner nachspielen, bis er die Partie beendete und die Erzgebirger als Sieger vom Platz gingen.

Richtige Antwort zur richtigen Zeit

Nicht die Niederlagen sorgten im Lößnitztal für Unruhe, vielmehr war es die fehlende Einstellung der Spieler. Präsident Helge Leonhardt lud zum Krisengespräch hinter verschlossenen Türen und die Aussprache verfehlte ihre Wirkung nicht. Deutlich aggressiver, cleverer und mehr Engagement zeigten die Auer Spieler am Millerntor. Ein Sieg, der nicht nur die Wogen glättet, sondern auch das Polster zum Tabellenkeller aufrechterhält. Sechs Punkte haben die Sachsen Vorsprung auf Rang 16 und die sollte man in der kommenden englischen Woche nicht nur halten sondern ausbauen.