Erzgebirge Aue: Erstes Signal zur Aufholjagd

Aue gelingt der perfekte Start ins Fußballjahr 2017, mit einem 2:1 Heimerfolg über den 1.FC Heidenheim sichern sich die Veilchen drei wichtige Punkte im Abstiegskampf und holen den ersten Heimdreier seit August. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich, war es Dimitrij Nazarov, der mit seinen Last-Minute Treffer den Sieg unter Dach und Fach brachte.

Neues System, alte Sorgen

Pavel Dotchev griff vor dem Spiel tief in die Taktiktrickkiste und stellte seine elf Spieler in einen 4-1-3-2 System auf. Calogero Rizzuto rückte als Rechtsverteidiger auf den offensiven rechten Flügel, Clemens Fandrich ging mit Pascal Köpke in den Sturm. Somit konnte der Bulgare jederzeit auf eine Dreierkette in der Abwehr oder eine defensivere 4-1-4-1 Formation umstellen und schützte gleichzeitig die starke linke Seite der Heidenheimer mit Arne Feick und Marc Schnatterer. Das Ziel war klar, Aue wollte endlich wieder einen Heimsieg und Angstgegner Heidenheim ohne Punkte nach Hause schicken und dass obwohl die Schwaben auf Rang vier als Favorit in die Partie gingen und Aue noch nie gegen die Mannschaft von Frank Schmidt gewinnen konnte. Bei blauen Himmel und Sonnenschein dauerte es nicht lange bis beide Mannschaften auf Betriebstemperatur waren, harte Zweikämpfe und enge Räume bestimmten das Spielbild in den ersten 15 Minuten. Aue agierte mutig und versuchte mit schnellen langen Bällen auf dem zum Teil gefrorenen Geläuf das Heidenheimer Mittelfeld zu überbrücken. Vor allem defensiv schafften es die Veilchen die Rot-Blauen in Schach zu halten, nur bei Standards kamen die Gäste in Tornähe, doch Keeper Martin Männel wurde im ersten Durchgang nicht warm geschossen. Die größte Gelegenheit der Auer vergab Top-Torjäger Pascal Köpke, bedient von Christian Tiffert war der 21-jährige schon allein vor Heidenheims Kevin Müller, doch Köpke vertändelte den Ball und sein schwacher Schuss konnte letztendlich vom Ex-Auer Robert Strauß abgewehrt werden. Wieder einmal war es die fehlende Effektivität der Veilchen, in die Pause ging es 0:0

Aue mit Alu-Glück

Das Spielgeschehen änderte sich im zweiten Durchgang, beide Mannschaften machten auf und drängten auf ein Tor. Die Heidenheimer erspielten sich gleich zu Beginn mehrere Chancen und begannen früh das Auer Aufbauspiel zu attackieren. Doch den Treffer machten die Gastgeber, nach einer Flanke von Fabian Kalig kam das Spielgerät zu Außenverteidiger Sebastian Hertner, der den Ball wuchtig auf das Tor brachte. Müller konnte den Schuss noch abklatschen lassen, doch Pascal Köpke staubte ab, 1:0 Aue. In der Folge machte die beste Abwehr der Liga noch weiter auf und ließ Aue Platz zum Kontern, Pavel Dotchev stellte um und zog Fandrich zurück ins Mittelfeld. Doch die Veilchen gingen zu fahrlässig mit ihren Räumen und Chancen um und vertändelten zu oft aus aussichtsreicher Position den Ball, die beste Möglichkeit hatte dann Fandrich, der Wittek stehen ließ aber vor dem Kasten um zwei Meter verzog. Im Gegenzug hatten die Gäste noch Pech, nach einer Ecke von Schnatterer köpfte Feick, der ebenfalls schon im Erzgebirge gekickt hatte, den Ball an die Querlatte. Aue schaffte es nicht den Sack zu zumachen und wurde bestraft, sechs Minuten vor dem Ende trifft John Verhoek, der zuvor mustergültig von Tim Kleindienst und Marcel Titsch-Rivero bedient wurde.  Alles sah danach aus, als würde sich die Sieglos-Serie der Veilchen fortsetzen, auch weil man wieder einmal ein Gegentreffer in der Schlussviertelstunde kassierte. Doch in der letzten Minute fasste sich der eingewechselte Dimitrij Nazarov ein Herz und zog aus 20 Metern ab, sein leicht abgefälschter Schuss flog vom Innenpfosten ins Netz, 2:1 und der Endstand im Erzgebirge.

Erster Sieg seit Oktober

Den letzten Dreier holten sich die Veilchen auf St. Pauli vor acht Spieltagen, auch damals fiel der Siegtreffer in der letzten Minute. Diesmal hatten die Auer auch das nötige Glück und belohnten sich für eine engagierte, wenn auch nicht hochklassige Leistung. Die Abwehr mit Steve Breitkreuz und Adam Susac wirkt deutlich stabiler, Martin Männel im Auer Tor blieb fehlerfrei. Neben Routinier Christian Tiffert hat sich Louis Samson in den Vordergrund gespielt, der 21-Jährige legte nicht nur das zweite Tor auf, er schloss auch die Lücken im Mittelfeld und störte das Heidenheimer Aufbauspiel früh. Die Taktik von Pavel Dotchev ging auf, Heidenheim konnte keinen Druck erzeugen und schnürte Aue nicht ein, jedoch enttäuschten Rizzuto und Fandrich, die auf ihren neuen Positionen kaum Gefahr ausstrahlten. Neuzugang Albert Bunjaku blieb 90 Minuten auf der Bank, der Kosovare ist noch nicht bei 100%, könnte aber schon beim nächsten Spiel der neue Sturmpartner von Köpke werden. Sieben weitere Siege brauchen die Veilchen zum Klassenerhalt, das ist das Ziel von Trainer Dotchev, an dem sich der Bulgare auch messen lassen muss. Dank des Dreiers rutscht Aue auf den Relegationsplatz und hat jetzt zwei Punkte Vorsprung vor Bielefeld und fünf Punkte auf St. Pauli, am nächsten Wochenende gastieren die Sachsen in Sandhausen.

Handle und Sieber bis Sommer ausgeliehen

Mit dem Ende der Wintertransferperiode leiht der FC Erzgebirge zwei Spieler in die Regionalliga aus. Marcin Sieber, Eigengewächs aus der Auer Jugend, geht zum VfB Auerbach, im Vogtland soll der Abwehrspieler Spielpraxis sammeln. Ebenfalls ausgeliehen wird Mittelfeldspieler Simon Handle, der 24-Jährige, der im Sommer 2015 vom SV Grödig kam, geht zum SV Elversberg in die Regionalliga Südwest. Probespieler Florian Trinks wird vorerst, aufgrund der derzeitigen personellen Situation im Auer Mittelfeld, nicht verpflichtet.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"