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Erzgebirge Aue: Riese feiert zweimal die 100

Die kommende Heimpartie des FC Erzgebirge Aue gegen den 1. FC Heidenheim wird für Philipp Riese ein ganz besonderes Spiel. Gegen seinen Ex-Verein kann der defensive Mittelfeldmann der Auer mit einem Einsatz gleich zwei Jubiläen feiern: 100. Spiel in der 2. Bundesliga und das 100. Ligapflichtspiel im Dress des FC Erzgebirge. liga2-online.de wirft einen Blick auf den Abräumer der Auer vor der Abwehr.

Aufstiegsheld und Abräumer

Nach einem Highlight-Video von Philipp Riese sucht man im Netz vergebens, für Übersteiger, Tempodribblings oder spektakuläre Tore sorgt der 29-jährige Mittelfeldspieler selten. 2015 kam er ins Lößnitztal, kickte zuvor bereits in Heidenheim und Bielefeld in der 2. Bundesliga und sollte in Aue als gestandener Spieler den Wiederaufstieg schaffen. Auf der Doppelsechs zusammen mit Christian Tiffert gab es an den beiden kaum ein Vorbeikommen. Zwei wichtige Treffer steuerte Riese in der Aufstiegssaison bei. Am 19. Spieltag schoss er die Veilchen durch seinen Siegtreffer in Münster zurück auf einen Aufstiegsplatz und am vorletzten Spieltag übernahm er die Verantwortung und verwandelte sicher den Elfmeter, der Aue zurück in die 2. Liga brachte. Im Unterhaus hatte es Riese schwerer und musste häufiger aus taktischen Gründen auf der Bank Platz nehmen. Misstöne oder Störfeuer gab es vom gebürtigen Neubrandenburger in dieser Zeit nie.

Riese ist ein Spieler, der sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt. Unter Daniel Meyer ist Riese gesetzt, seit Mitte der Hinrunde verpasste er nur ein einziges Spiel aufgrund einer Gelbsperre. Ein kreativer Lenker und Denker wird aus ihm wohl nicht mehr, doch er schließt die Lücken im Mittelfeld und ist einer der wichtigsten Zweikämpfer in der Auer Defensive. Nicht ganz umsonst bezeichnete ihn Kapitän Martin Männel sogar mal als „Terrier“. Sein Spielstil ist in der Mannschaft einzigartig und doch passt Riese ins Lößnitztal, wo man jede Grätsche mehr feiert als einen Übersteiger. In den vergangenen Wochen rutschte der FC Erzgebirge durch drei aufeinanderfolgende Niederlagen wieder zurück in den Abstiegskampf. Stark schwankende individuelle Leistungen, grobe Fehler und vor allem die fehlende Zielstrebigkeit vieler Leistungsträger sorgten für den jüngsten Einbruch. Einer der wenigen Lichtblicke war Riese, der in diesen fußballerisch schwachen aber umkämpften Partien eindeutig einer der besten Auer Kicker war.

Riese gegen den Ex-Verein und Angstgegner

Darum dürfte Riese am Freitag auch gesetzt sein, wenn der FC Erzgebirge im Lößnitztal seinen Ex-Verein aus Heidenheim empfängt. Nicht nur aufgrund der Vergangenheit wird es ein besonderes Spiel für die Nummer 17 der Auer. Riese wird die 100 gleich doppelt voll machen. 100 Einsätze in der 2. Bundesliga und 100 Ligaspiele für den FC Erzgebirge Aue in Liga 2 und 3. Der 1. FC Heidenheim ist ein gefürchteter Angstgegner der Erzgebirger, nur eins der zehn Aufeinandertreffen konnte man gewinnen.

Die Mannschaft von Frank Schmitt kommt mit einer großen Portion Frust und Motivation ins Lößnitztal. Im Pokal scheiterten die Schwaben nur denkbar knapp am FC Bayern und schossen in der Allianz Arena vier Tore, in der Liga ist der Relegationsplatz noch in greifbarer Nähe. Allerdings nur im Falle eines Sieges im neuen Erzgebirgsstadion. Riese und die Auer Abwehr müssen die Heidenheimer Offensive kaltstellen, die mit Robert Glatzel, Nikola Dovedan und Marc Schnatterer stark besetzt ist. Ob Riese sein zweifaches Jubiläum gebührend feiern kann, hängt von ihm und seinen Teamkollegen ab.