Erzgebirge Aue: Veilchen übernehmen rote Laterne
Der erzgebirgische Schlitten kommt im Rennen um den Klassenerhalt noch nicht richtig in Fahrt, im dritten Spiel nach der Winterpause verpassten die Veilchen gegen Fürth einen Sieg und rutsch auf den 18. Tabellenplatz. In einer chancenarmen Partie stand es am Ende 0:0. Dadurch erhöht sich langsam der Druck auf Trainer Pavel Dotchev und die Mannschaft.
Ereignisarmer erster Durchgang
Ob es an den eisigen Temperaturen oder den jüngsten Niederlagen beider Mannschaften lag: Die Freitagabendpartie zwischen dem FC Erzgebirge Aue und der SpVgg Greuther Fürth begann mehr als zäh. Veilchen-Trainer Pavel Dotchev stellte wieder auf drei Positionen um, Calogero Rizzuto rückte auf die rechte Defensivbahn, Mario Kvesic und Albert Bunjaku kamen für die Offensive. Die Auer spielten zum ersten Mal in diesem Jahr mit zwei Stürmern von Beginn an, der ehemalige Bundesliga-Stürmer Bunjaku sollte Top-Torjäger Pascal Köpke die Räume öffnen. Beide Teams neutralisierten sich im Mittelfeld, Torchancen waren Mangelware, obwohl beide Abwehrreihen zu den schwächeren der 2. Liga gehören. Aue fiel es in der ersten Halbzeit schwer, das Geschehen an sich zu reißen und von hinten das Spiel aufzubauen. Vor allem im Mittelfeld fehlte die nötige Dominanz um den Gegner konstant unter Druck zu setzen. Das Offensivpressing sorgt für zu wenig Entlastung und die wenigen Fürther Fehler nutzen die Auer nicht konsequent aus. Beide Mannschaften kamen im ersten Durchgang jeweils nur einmal gefährlich zum Abschluss, in der 33. Minute bat Kvesic einen Fürther an der Strafraumkannte zum Tanz und flankte auf Bunjaku, der Kosovare bekam aber zu wenig Druck auf den Ball und somit hatte Megyeri im Kasten keine Probleme. Auf der anderen Seite war es Sebastian Freis, der aus abseitsverdächtiger Position an den Ball kam, sein Schuss konnte Adam Susac im letzten Moment zur Ecke klären.
Kein Risiko, kein Druck, keine drei Zähler
Auch in den zweiten 45 Minuten taten beide Teams wenig dafür, dass sich auf der Anzeigentafel etwas ändert, Fürth begann stürmisch aber nach einem gefährlichen Abschluss von Sontheimer verflachte das Spiel wieder und es stellte sich erneut das Kräftegleichgewicht im Mittelfeld ein. Pavel Dotchev stellte in der Folge um und brachte mit Simon Skarlatidis und Cebio Soukou zwei Flügelspieler, doch auch nach dem Doppelwechsel schafften es die Veilchen nicht, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Viele Dribblings, Fehlpässe und Einzelaktionen prägten den zweiten Durchgang, wenn es gefährlich wurde, dann über Rizzuto, der Deutsch-Italiener zeigte sich deutlich verbessert und versuchte mit langen Flanken Pascal Köpke im Zentrum zu finden. Doch alle Abschlüsse der Veilchen landeten in den Armen von Fürths Keeper, der an diesen Abend nicht wirklich geprüft wurde. Den lucky Punch hätte jedoch beinahe wieder Dimitrij Nazarov gesetzt, der Einwechselspieler kam in der 84. Minute im Strafraum an den Ball, doch Megyeri hielt mit einem glänzenden Reflex sein Tor sauber. Die Kleeblätter stellten in den Schlussminuten alle Offensivbemühungen ein, die Pokalpartie unter der Woche hatte zu viele Körner gekostet, doch Aue schlug aus dieser Situation kein Kapital, ohne das nötige Risiko erspielten sich die Veilchen keine Chancen mehr und die Partie plätscherte dem Ende entgegen. Schlussendlich ein verdientes Unentschieden, das jedoch für die Veilchen im Abstiegskampf nicht reicht.
Balance und Konstanz gesucht
Auch das neunte Ligaspiel in Folge können die Veilchen gegen die Kleeblätter nicht gewinnen, dabei zeigte die Mannschaft im Vergleich zur Vorwoche eine deutlich bessere Leistung. Vor allem defensiv steigerte sich die Vierkette um Abwehrchef Steve Breitkreuz, insbesondere Sebastian Hertner verriegelte seine linke Seite und verhinderte die Flügelläufe von Narey, die Aue im Hinspiel wertvolle Punkte kosteten. Offensiv lässt Aue jedoch einige positive Eindrücke aus der Hinrunde vermissen, den Sachsen fehlt der Zehner, der die Schnittstellen findet, Bälle verteilt und das Tempo steuert. Viel zu oft beschränken sich die Veilchen auf lange Bälle, die Köpke allein nicht abnehmen und verwerten kann auch die Doppelspitze mit Bunjaku sorgte für keine echte Gefahr. So schaffen es die Auer nicht ihren Gegner einzuschnüren und Druck zu erzeugen, viel zu viel überlässt man den Zufall, obwohl die Mannschaft durchaus über die personellen Qualitäten im Offensivbereich verfügt. Derzeit sucht die Mannschaft noch die richtige Balance zwischen stabilen Defensivverhalten und temporeichen Angriffsspiel, jedoch ohne die nötige Durchschlagskraft vor dem Tor werden es die Veilchen nicht aus dem Tabellenkeller schaffen. An Trainer Pavel Dotchev zweifeln die Verantwortlichen aber dennoch nicht: "Im Moment sehe ich keinen Handlungsbedarf. Das Gefüge stimmt und es gibt auch keine Grüppchenbildung innerhalb der Mannschaft", so Präsident Helge Leonhardt in der "Bild".