Fahrradschlösser und Fadenkreuze: HSV-96 lange unterbrochen

Die Partie zwischen dem Hamburger SV und Hannover 96 (3:4) ist am Freitagabend aufgrund von Protesten gegen die DFL und Fadenkreuz-Plakaten für insgesamt 35 Minuten unterbrochen worden. Zwischenzeitlich drohte ein Spielabbruch.

Martin Kind im Fadenkreuz

Zunächst konnte die zweite Halbzeit erst mit zehnminütiger Verspätung angepfiffen werden, nachdem Fans während der Pause in den Innenraum gelangt waren und Fahrradschlösser durch die Maschen des Tornetzes gezogen und um die Pfosten gewickelt hatten. Hamburgs Greenkeeper setzte eine Flex ein, um die Schlösser von den Toren zu entfernen, während es von den Rängen "Scheiß DFL“-Rufe gab.

Kurz nachdem die zweite Halbzeit dann begonnen hatte, wurden im Gästeblock drei Plakate ausgerollt, die 96-Klubchef Martin Kind und die CEOs der potentiellen DFL-Investoren Blackstone und CVC in einem Fadenkreuz zeigten. Zudem stand auf einem Banner: "CVC und Blackstone: Marionetten des Sportswashings Saudi-Arabiens. Konsequentes Handeln bei personifizierten Gewaltandrohungen. Spielunterbrechung jetzt.“

Schiedsrichter Sören Storks unterbrach die Begegnung zunächst und wies die Fans an, die Banner zu entfernen. Weil das jedoch keine Wirkung zeigte, lief 96-Kapitän Ron-Robert Zieler in die Kurve und suchte das Gespräch mit den Anhängern. Auch Trainer Stefan Leitl, Manager Marcus Mann und die gesamte Mannschaft kamen anschließend hinzu. Weil die Anti-Kind-Banner aber weiterhin zu sehen waren, schickte Storks beide Mannschaften nach sieben Zeigerumdrehungen in die Kabinen. Zu diesem Zeitpunkt führten die Niedersachsen mit 3:2.

Spielabbruch drohte

Zunächst war offen, ob die Partie fortgesetzt werden würde. Erst nach knapp 20 Minuten kamen die Teams zurück, wärmten sich nochmal auf, sodass der Ball nach einer insgesamt rund 35-minütigen Unterbrechung wieder rollte - verbunden mit der klaren Ansage, dass es bei weiteren Vorkommnissen zu einem Abbruch kommt. Die Uhr wurde anschließend auf 59:10 Minuten zurückgedreht, anschließend ging die Partie ohne weitere Unterbrechungen regulär über die Bühne. 96, das sich dank eines Treffers in der achten Minute der Nachspielzeit mit 4:3 durchsetzen konnte, droht nun eine drastische Geldstrafe.

"So, wie es im Moment ist, kann und darf es natürlich nicht weitergehen", sagte Mann nach der Partie. "Im Stadion droht dann auch irgendwann die Stimmung zu kippen. Für die Mannschaften ist es eine Katastrophe, sie werden kalt, müsse sich warmmachen und müssen wieder aufs Feld. Wir müssen da eine Lösung finden, das Thema muss man anpacken."

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