FCN spielstark und als Verlierer: Coach Klauß fehlt "die Gier"
Eigentlich machte der 1. FC Nürnberg am Sonntagnachmittag ein ganz gutes Spiel, unterlag dem 1. FC Heidenheim am Ende dennoch deutlich mit 1:3. Allzu frustriert waren die Nürnberger aufgrund der anständigen Leistung nicht, sondern wollten lieber an der Verwertung feilen.
"Das Spiel kontrolliert"
Am Ende des Spiel kam der FCN im Auswärtsspiel gegen Heidenheim auf starke 62% Ballbesitz und eine Passquote von 79%. Trotz aller spielerischen Klasse, die der Club zeigte, stand am Ende eine ernüchternde 1:3-Niederlage. "Wir haben das Spiel kontrolliert, waren dominant und haben auch aus dem Spiel nicht viel zugelassen", musste auch Trainer Robert Klauß nach der Partie feststellen. Auch der Start ins Spiel sei eigentlich geglückt, habe seine Mannschaft doch "die erste Großchance", kriege allerdings "im Gegenzug aus einer vermeidbaren Situation das 0:1" (3.). Nach diesem frühen Nackenschlag ging das Spiel dann so dahin.
Auch Spielmacher Mats Möller Daehli sah "ein sehr einfaches Tor" der Gäste. "Danach waren wir klar besser und müssen eigentlich den Ausgleich machen. Stattdessen trifft Heidenheim", beschreibt der Norweger die Situation bis hin zum 0:2. Spätestens dann wurde allen klar, dass all der schöne Fußball nicht unbedingt zu Zählbarem führen sollte. "Bis zum Strafraum haben wir gute Lösungen", stellte auch Keeper Mathenia fest, doch haben es seine Vorderleute "zu selten geschafft, gefährlich zu werden." Trotz aller Dominanz kamen die Nürnberger lediglich auf 11 Torschüsse, während Heidenheim zu gleich 17 derer kam.
Fan-Unterstützung zurück
Entsprechend ambig erschien dann auch das Resümee von Coach Klauß, der zwar "mit der Art und Weise einverstanden" war, aber "mit dem Ergebnis natürlich nicht." So habe dem 37-Jährigen "die Gier, Tore zu machen" gefehlt. Mit 41 Treffern stellt der Club gar die zweitschwächste Offensive der Top-10 der Liga – nur der sonntägliche Gast aus Heidenheim ist hier noch schwächer. So konnte der Club auch die Ausrutscher der Konkurrenz nicht so recht nutzen und verbleibt auf dem 5. Rang. Der Aufstiegs-Relegationsrang ist bereits auf fünf Zähler enteilt. Auch die Serie nach zuletzt fünf Spielen ohne Niederlage in Folge riss somit.
Auch die Rückkehr der Fans, die mit nach Heidenheim reisten, änderte daran nichts mehr – wenngleich der Club noch den Ehrentreffer erzielen sollte (88.). Die Freude über die Unterstützung war dennoch groß. "Wir sind unglaublich froh, dass auch die aktive Fanszene wieder da ist", empfand Christian Mathenia. Und auch Möller Daehli fand die Stimmung auf den Rängen, die mit 10.673 Zuschauern gefüllt waren, "von Anfang an richtig gut". Dementsprechend sei es für den Mittelfeldmann "umso bitterer, dass wir ihnen keinen Sieg schenken konnten." Somit blieb trotz der ansehnlichen Leistung noch vieles offen. Sehr erscheint, dass bereits am kommenden Spieltag der SV Darmstadt zum Topspiel im heimischen Max-Morlock-Stadion erwartet wird. Ob dort die Wiedergutmachung gelingt?