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H96 nach Niederlage nicht unzufrieden – "1:4 ein bisschen hoch"

IMAGO

Das Nord-Duell zwischen Hannover 96 und Werder Bremen (1:4) war zeitgleich das Duell der neuen Übungsleiter. Sowohl Christoph Dabrowski auf Seiten der Niedersachsen als auch Ole Werner auf Werder-Seite wollten ihren gelungenen Einstand mit dem dritten Sieg im dritten Spiel veredeln. Diesen Plan durchkreuzte auf Hannoveraner Seite ausgerechnet ein ehemaliger 96er.

Duckschs Rückkehr an die alte Wirkungsstätte

Als die beiden Traditionsvereine am ersten Spieltag an der Weser aufeinandertrafen, war Zweitliga-Torjäger Marvin Ducksch noch ein Hannoveraner. Beim 1:1 Unentschieden zum Saison-Auftakt erzielte Ducksch den Ausgleich für die Niedersachsen. Nur vier Wochen später wechselte der 27-jährige die Farben und unterschrieb einen Vertrag beim Bundesliga-Absteiger Werder Bremen. Sein Ziel: Werder bei der Mission Wiederaufstieg mit Toren unterstützen.

An alter Wirkungsstätte kam es beim Rückrundenauftakt zum erstmaligen Wiedertreffen zwischen Ducksch und seinem Ex-Verein. Der anfangs nur als Interimslösung eingeplante 96-Coach Dabrowski wollte nochmals untermauern, dass er der Richtige für eine langfristige Lösung ist. Doch ausgerechnet Rückkehrer Ducksch schien diesem Plan von Anfang an einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Ducksch fordert 96-Defensive von Beginn an

In den Anfangsminuten tauchte Ducksch erstmalig nach einem Schnittstellenpass von Ömer Toprak vor 96-Schlussmann Martin Hansen auf. Hansen parierte den Abschluss, der aufgrund einer Abseits-Stellung sowieso nicht gezählt hätte. Der Abschluss gab die Marschrichtung der Werderaner an diesem Nachmittag an. Zielstrebig suchte die Werner-Elf immer wieder den Weg nach vorne und ging durch einen Schlenzer von Romano Schmid folgerichtig in Führung (22.). Hansen stand nicht auf der Linie und war somit chancenlos.

Wie aus dem Nichts wenige Minuten später der Ausgleich durch Sebastian Kerk. Werders Schlussmann Jiri Pavlenka, ebenso wie Hansen übermütig aus dem Tor geeilt – konnte gegen Kerks Schuss herzlich wenig ausrichten. Dem Abschluss aus 40 Metern konnte Pavlenka – in Nähe der Elfmeter-Linie postiert, nur hinterherstaunen. "Kerk macht ein unfassbares Tor“, staunte Mitspieler Mike Frantz nach Schlusspfiff nicht schlecht.

Frantz in der Defensive konfus

Eben dieser Mike Frantz sah beim erneuten Führungstreffer der Gäste äußerst unglücklich aus. Eine Flanke klärte der 35-Jährige zunächst in die Füße von Anthony Jung. Dessen Flanke wollte Frantz ebenfalls per Kopf klären – tauchte aber unter dem Ball durch. Rückkehrer Ducksch köpfte den Ball aus 15 Metern ins Tor (51.).

Es folgte eine Drangphase der Gastgeber – ohne Ertrag. Mitten in der Drangphase ging Werder in Führung. Nach Ecke von Ducksch war es Jung, der nur noch einnicken musste (72.). Nun war der Zahn gezogen. Zwei weitere Treffer der Mannen von der Weser sorgten für klare Verhältnisse. "1:4 ist ein bisschen hoch. Wir hatten die ein oder andere gute Chance“, fand Torschütze Kerk im Spielverlauf nicht das Ergebnis wieder.

Glück nicht auf Seiten von 96

Übungsleiter haderte ebenso mit der mangelnden Fortune. "Die Geschichte des Spiels ist so, dass wir im Gegensatz zum HSV-Spiel das Quäntchen Glück und das Spielglück nicht auf unserer Seite hatten", so die Feststellung eines Dabrowski.  Eine große Analyse wollte er der am Ende klaren Niederlage aber nicht folgen lassen – sondern richtete den Blick sofort nach vorne. "Die Mannschaft hat jetzt gesehen, dass man mit Leidenschaft, mit Emotionen und als Gruppe einen Weg gehen kann. Jetzt geht es darum, die Kräfte zu bündeln und neue Energie zu tanken.“