Hansa Rostock: Kapitän Kolke stellt sich hinter Trainer Selimbegovic

Hansa Rostock taumelt nach drei Jahren Zweitligazugehörigkeit mehr denn je dem Abstieg in die 3. Liga entgegen. Die desolate 0:3-Niederlage im Kellerduell gegen den 1. FC Kaiserslautern war bereits die 14. Saisonniederlage - kein Team hat mehr. Auch der im Winter verpflichtete Coach Mersad Selimbegovic sorgte bisher noch nicht für Besserung und sammelte erst fünf Punkte. Dennoch stärkte Torhüter und Kapitän Markus Kolke seinem Trainer nach dem Spiel den Rücken und glaubt an baldige Besserung.

"Austausch, der im Rahmen geblieben ist"

Es lief die 80. Spielminute am vergangenen Samstag als der Großteil der aktiven Fanszene  der Rostocker den Fanblock verließ, um den VIP-Zugang des Ostseestadions zu belagern und die Spieler nach der Partie zur Rede zu stellen. Für Hansa Torhüter Kolke stellte dies ein klares Signal an die Spieler dar, welches auch angekommen sei. "Es war ein Austausch, der vollkommen im Rahmen geblieben ist", versicherte Kolke gegenüber dem "NDR Sportclub". Dort begründete er die Aktion mit der "unheimlichen Wucht - in beide Richtungen", für die die Anhänger seines Vereins stehen.

Vollkommen überzogen war allerdings die Szene, für die ein Hansa-Fan nach dem dritten Treffer der Lauterer sorgte als er den Innenraum stürmte und die jubelnden Spieler der Gäste attackieren wollte. "Über die Szene brauchen wir nicht reden, da gibt es keine zwei Meinungen. So etwas geht nicht", betonte Kolke bei allem Verständnis für den Frust der eigenen Fans.

"Mannschaft steht komplett hinter dem Trainer"

Nachdem der FCH im Vorjahr unter Trainer Alois Schwartz mit einer beeindrucken Serie den Klassenerhalt feiern konnte und mit neun Punkten aus den ersten vier Ligaspielen auch in die aktuelle Saison stark gestartet war, ging es immer weiter bergab. Mit dem Abrutschen auf den Relegationsplatz zum Ende der Hinrunde entschieden sich die Verantwortlichen Schwartz zu entlassen und durch Mersad Selimbegovic zu ersetzen, was bisher allerdings nur mäßigen Erfolg brachte. Lediglich fünf Zähler holten die Hanseaten seitdem und stehen nun sogar auf einem Abstiegsplatz.

Dennoch liege die derzeitige Lage nicht am Trainer, erklärte Kapitän Kolke: "Wir als Mannschaft stehen komplett hinter unserem Trainer", sagte der 33 Jährige. "Leider ist der Trainer das ärmste Schwein. Er sucht elf Spieler raus und wir müssen die Leistung auf dem Platz bringen." Laut Kolke würde diese eben oftmals nicht stimmen. Hinzu kämen viele Verletzungen und Sperren, die ein Einspielen der Mannschaft verhindere. "Ich hoffe, dass der Trainer für die restlichen Spiele 15 Krieger findet, auf die er sich verlassen kann", blickte der Keeper auf die restlichen zehn Saisonspiele, in denen die Rostocker den abermaligen Klassenerhalt noch sichern wollen.

Nächstes Kellerduell am Freitag

Bereits am kommenden Freitag steht ein weiteres entscheidendes Kellerduell für die Rostocker an: Dann tritt der FCH bei Eintracht Braunschweig an, die derzeit nur einen Tabellenplatz vor Hansa auf dem 16. Rang stehen. Dort müsse sein Team "ein anderes Gesicht als zuletzt zeigen" und "mit klarem Kopf" agieren. Dann ist auch der erneute Klassenerhalt durchaus möglich.

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