"Hat seine eigenen Gesetze": HSV-Stürmer Glatzel heiß auf Stadtderby

Zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli steht das elfte Stadtderby in der 2. Bundesliga an. Am Freitagabend (18:30 Uhr) begegnen sich die Erzrivalen im Millerntorstadion. Vier Aufeinandertreffen erlebte Robert Glatzel bislang im HSV-Trikot - stets mit gemischten Gefühlen. Für den Mittelstürmer bleibt das Derby ein Spiel mit Pokalcharakter.

"Geht alles komplett bei null los"

Zwei Siege und zwei Niederlagen - das ist die Bilanz, die Robert Glatzel aus den bisherigen Stadtderbys für sich persönlich mitnehmen konnte. Bei einer Niederlage vor zwei Jahren traf der 29-Jährige ins Netz, bei einem Sieg in der Vorsaison steuerte er eine Vorlage bei. In den bisherigen Derbys hat Glatzel schon fast alles erlebt. Und Freitag ist es wieder soweit. "Das wird kein Spiel wie jedes andere. Ein Stadtderby hat den Charakter eines Pokalspiels. Es hat seine ganz eigenen Gesetze", machte sich Glatzel auf alles gefasst.

Insgesamt triumphierte der HSV in zehn Begegnungen erst dreimal, dazu gab es zwei Remis. Die letzte Begegnung im April entschieden die Hamburger jedoch für sich - und das nach einer 0:3-Pleite im Hinspiel. Nun sind die Voraussetzungen wieder auf Null gestellt. "Es zählt nur das, was am Freitagabend ab 18:30 Uhr auf dem Rasen passiert", so Glatzel. Dass der FC St. Pauli noch ungeschlagen ist? Egal. Dass der HSV zuhause noch keinen Punkt abgab, aber auswärts schwächelt? Egal. Die Ergebnisse der letzten Derbys? Egal. "Es geht am Freitag alles komplett bei null los."

HSV auf hitzige Atmosphäre eingestellt

Verzichten muss der HSV auf Bakery Jatta, der eine Gelbsperre absitzen wird. Für Glatzel und seine Mannschaft ein bitterer Ausfall, doch die Hamburger konnten in dieser Saison bereits einige personelle Rückschläge kompensieren. Auch das wird am Freitagabend entsprechend keine Rolle spielen: "Denn kein Spiel – und schon gar kein Stadtderby – wird von einer einzelnen Person allein entschieden. Das geht immer nur als Kollektiv, als gesamte Mannschaft. Und mit unseren Fans im Rücken."

In einer besonderen Atmosphäre im Millerntorstadion wird der HSV seine Fans brauchen. Die gesamte Stimmung, positiv wie negativ, könne Ansporn sein. Darauf bereiten sich die HSV-Akteure vor: "Natürlich sprechen wir in der Mannschaft darüber, um optimal auf den Freitagabend vorbereitet zu sein. Aber dass wir mit besonderen Situationen und hitziger Atmosphäre umgehen und erfolgreich sein können, das haben wir bereits mehrfach bewiesen." Dass dann ein Fußballfest bevorsteht, stand für Glatzel außer Frage. "Es ist das Spiel Erster gegen Zweiter, es treffen also zwei starke Mannschaften aufeinander, die beide einen klaren Plan haben. Und die Fußball spielen und nicht nur das Spiel des Gegners zerstören wollen. Es dürfte für die Zuschauer also eine sehr gute und spannende Partie werden", so der 29-Jährige.

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