Herber Rückschlag für Hertha: "Müssen uns bei den Zuschauern entschuldigen"

Aufgrund einer indiskutablen Leistung in der ersten Halbzeit verliert Hertha BSC mit 0:2 gegen die SV Elversberg. Der Schock und die Ernüchterung sitzen tief nach dem erneuten Rückschlag.
"Jeder muss sich an die eigene Nase fassen"
Eigentlich wollte Hertha BSC an die gute Leistung aus dem Darmstadt-Spiel anschließen und vor heimischer Kulisse endlich den Bock umstoßen. Stattdessen zeigte sich die Mannschaft von Beginn an verunsichert und fehlerhaft. "Für die erste Halbzeit gibt es keinerlei Erklärung. Wir sind überhaupt nichts ins Spiel gekommen", konstatierte Trainer Stefan Leitl. Nach dem frühen 0:1 wirkten die Herthaner wie gelähmt und brachten kaum einen gelungen einen Angriff zustande. "Man hat gemerkt, dass der Druck für den einen oder anderen in dieser Phase zu groß war", so Leitl.
Zur Halbzeit stellte der Coach zwar sein System auf eine 4-2-3-1-Formation um, doch der eigene Spielvortrag verbesserte sich nur bedingt. Am Ende stand eine Niederlage, die Leitl als "extrem bitter und enttäuschend" bezeichnete, aber auch als "verdient" einordnete. "Wir müssen uns bei diesen 39.000 Zuschauern entschuldigen für das, was wir heute auf den Platz gebracht haben", sagte der 48-jährige. In diese Selbstkritik stimmten seine Spieler ein. "Da muss sich jeder einzelne von uns an die eigene Nase fassen und hinterfragen, ob er genug investiert, um unsere Ziele als Mannschaft und Verein zu erfüllen", sagte Torwart Tjark Ernst.
"Müssen uns sammeln"
Auch Fabian Reese monierte die Leistungsbereitschaft seiner Mannschaft: "Es ist von allen zu wenig und jeder muss hinterfragen, was er bereit ist, für die Mannschaft zu geben"Trainer Leitl hingegen stellte sich schützend vor seine Spieler. "Ich glaube schon, dass die Jungs investieren und eine Bereitschaft haben. Heute war ein mentaler Punkt, den wir ansprechen müssen, weil wir nicht mehr zurückgekommen sind nach dem 0:1", meinte er. Ein Gegentor reicht offenbar, um die Hertha aus der Bahn zu werfen. "Uns fehlt aktuell ein Erfolgserlebnis, der Blick muss jetzt nach vorne gehen und wir müssen uns in den kommenden beiden Wochen sammeln", erklärte Sportchef Benjamin Weber.
Nach vier sieglosen Spielen in der Liga sind die Berliner weit von ihren eigenen Ansprüchen entfernt. "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, insgesamt weniger Fehler machen und unsere Leistung bringen. Dafür heißt es: Arbeiten, arbeiten, arbeiten. Das ist der Auftrag", machte Weber unmissverständlich klar. Als wären die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle nicht genug, verschärft die Gelb-Rote Karte gegen Linus Gechter die angespannte Personalsituation zusätzlich. In der anstehenden Länderspielpause werden zudem einige Profis zu ihren Nationalmannschaften reisen. Leitl hofft daher, dass alle gesund zurückkommen. Nach der Pause geht es am 13. September bei Hannover 96 weiter