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Rostocker Hinrundenbilanz: Ohne Pröger geht offensiv nichts

IMAGO / Zink

Wenn auf einen Rostocker Mann in der Hinrunde Verlass war, dann auf Kai Pröger. Der 30-Jährige kam im Sommer aus Paderborn und stellte ab Tag eins seine Wichtigkeit unter Beweis. Mehr denn noch: Pröger ist in puncto Scorer bisher Hansas Lebensversicherung und hat unter anderem seine persönliche Bestmarke geknackt.

Persönlicher Torrekord oberhalb der Regionalliga

Kai Pröger gilt in der Fußballszene als Spätstarter, schaffte erst mit 25 den Sprung in den wirklich gut bezahlten Fußball. Doch eine Saison wie die jetzige legte der Rechtsaußen noch nie hin. In seiner sechsten Spielzeit oberhalb der Regionalliga hat er mit sechs Buden bereits zum Abschluss der Halbserie seinen bisherigen persönlichen Torrekord (fünf Tore in der Vorsaison für Paderborn) pulverisiert. Hinzu kommen drei Vorlagen, die addiert mit den Toren (neun Scores) ebenfalls frühere Topwerte (2019/20 (BuLi), 2021/22) egalisieren. In der Bild (Ausgabe Rostock) bekannt der Offensivmann: "Ich bin mit meinen Leistungen zufrieden, aber da geht noch etwas mehr."

Wobei Stand jetzt seine Bedeutung für Hansas Offensivspiel kaum zu toppen sind. In der Gamewinner-Statistik, die besagt, welcher Spieler den entscheidenden Treffer für den Sieg seines Teams erzielt hat, liegt Pröger ligaweit auf dem geteilten zweiten Rang. Gegen St. Pauli, Magdeburg und Regenburg schoss er jeweils den Siegtreffer, Wichtiger in der Beziehung ist nur Kiels Steven Skrzybski (vier spielentscheidende Siegtreffer). Und auch wenn es um den Anteil der erzielten Tore für den Arbeitgeber geht, steht Pröger auf dem Treppchen der 2. Liga: Gut 35 Prozent aller Rostocker Tore in der Liga erzielte er, besser sind nur Robert Glatzel (HSV, 38 Prozent) und Kwadwo Duah (Nürnberg, ebenfalls 38 Prozent).

Rostocker Abhängigkeit von Prögers Toren

Um den Wert von Kai Pröger zu verdeutlichen, kann man auch die überaus bescheidende Toranzahl seiner Offensivkollegen heranziehen: Jeweils lediglich einen Saisontreffer erzielten John Verhoek, Nils Fröling, Svante Ingelsson, Lukas Hinterseer und Kevin Schumacher. Bei Haris Duljevic, Ridge Munsy und Pascal Breier steht sogar eine glatte "Null". Lediglich Defensiv-Abräumer Lukas Fröde erzeugt diese Serie regelmäßig sowas wie Torgefahr (drei Treffer). Dennoch bekundet Pröger: "Eine ordentliche Hinrunde [für uns]. Trotz Höhen und Tiefen können wir mit der Punkteausbeute zufrieden sein."

Doch die letzte Auflistung dürfte mit ein Grund dafür gewesen sein, dass sich Rostock noch vor der Winterpause von Trainer Jens Härtel trennte. Für Neu-Coach Patrick Glöckner dürfte es in der Rückrunde darum gehen, die Abhängigkeit von Prögers Toren zu reduzieren und auf mehrere Schultern zu verteilen. Denn es ist nicht gesagt, dass er automatisch so weiter knipst und "den Verhoek der Vorsaison" gibt. Dieser kam in der Endabrechnung auf 17 Tore und war damit von 42 Prozent aller Hansa-Treffer der Torschütze.

"Wir dürfen nicht so früh unnötige Gegentore kassieren und müssen uns mehr Chancen herausspielen", benennt Pröger weitere Probleme. Denn genau dieses Rezept führte am letzten Hinrunden-Spieltag in Braunschweig zum Erfolg, als am Ende ein 1:0-Sieg auf der Anzeigetafel stand. Und dies gelang sogar ohne Kai Pröger – er fehlte an diesem Tag mit einem Muskelfaserriss verletzt.