Holstein liegt sich nach Sieg "nicht nur in den Armen"

Das 3:2 gegen den SV Wehen Wiesbaden war für Holstein Kiel der dritte Sieg in Serie. Bis auf die ausbaufähige Chancenverwertung und die schludrige Endphase des Spiels gab es aus Sicht der Störche wenig zu meckern über eine Partie, die fast den enormen Schneemassen in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt zum Opfer gefallen wäre.

"Bis auf die letzten 20 Minuten eine starke Vorstellung"

Ein rundum gelungener Auftritt war es, den Holstein Kiel seinen Fans bot – zumindest bis zur 70. Minute. Dann kam es zu einem unerklärlichen Bruch im Spiel der Störche, der sie beinahe noch den dreifachen Punktgewinn gekostet hätte. Skrzybski, Arp und Porath hatten bis zur 60. Minute ein starkes 3:0 herausgeschossen gegen eine Mannschaft, die vor dem Spieltag die zweitbeste Defensive der Liga stellte. Porath hatte nur Minuten später sogar noch das 4:0 auf dem Fuß. Dass Holstein dann das Fußballspielen einstellte, war nach der Partie natürlich Thema.

Philipp Sander legte beim Interview den Finger in die Wunde und mahnte trotz der drei Punkte, dass eine Analyse der Geschehnisse anstehen würde: "Wir haben über weite Strecken ein sehr gutes Spiel gemacht, haben den Gegner am Ende aber noch einmal stark gemacht. Von daher liegen wir uns nach diesem Sieg nicht nur in den Armen, sondern werden die späten Gegentore noch analysieren." Stürmer Benedikt Pichler sah "bis auf die letzten 20 Minuten eine starke Vorstellung" seiner Mannschaft. Torschütze Fiete Arp bemängelte im Nachhinein, dass sich sein Team "ankreiden lassen müsse, dass die vielen Möglichkeiten noch konsequenter hätten genutzt werden müssen". Erfolgstrainer Marcel Rapp sah den Spielverlauf hingegen etwas entspannter als seine Akteure: "Wir schießen in der zweiten Halbzeit das 3:0 zur richtigen Zeit und haben die Chance auf das 4:0. Dann kriegen wir ein Gegentor und Wehen ist wieder da. Der Elfmeter kann passieren. Trotzdem haben wir mehr als verdient gewonnen", resümierte der 44-Jährige.

Rapp wendet sich an Helfer: "Tausend Dank"

Dass die Partie überhaupt angepfiffen werden konnte, dafür sorgten unzählige freiwillige Helfer, die seit den Morgenstunden die Spielfläche von den Schneemassen befreiten. In der Pressekonferenz nach dem Spiel bedankte sich Marcel Rapp noch einmal explizit bei hilfsbereiten Fans: "Tausend Dank an die vielen Helfer, dass das heute möglich war. Wir wollten unbedingt spielen und es hat sich bezahlt gemacht, dass so viele Leute so früh aufgestanden sind. Vielen Dank."

Durch den Sieg ist Holstein auf Platz zwei gesprungen, bei zwei Punkten Rückstand auf Tabellenführer FC St. Pauli. Nächsten Sonntag geht es für die Störche zum Spitzenspiel zur ebenfalls siegreichen Fortuna nach Düsseldorf. Wehen Wiesbaden hat bereits am Freitagabend Eintracht Braunschweig zu Gast.

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