• Facebook
  • Twitter

HSV: Genehmigte Pyro-Show kommt bei Fans gut an

© imago images / Oliver Ruhnke

Am vergangenen Samstag trat der HSV daheim gegen den Karlsruher SC an. Nicht nur das 2:0 am Ende dürfte bei den Hamburgern für Freude gesorgt haben. Auch die kontrollierte Pyro-Show vor Beginn der Partie scheint auf den Rängen ein positives Echo erzeugt zu haben. 

HSV-Umfrage mit positivem Ergebnis

Zehn "Rauchsimulatoren" nutzte der HSV am Wochenende vor dem Spiel gegen Karlsruhe, um den ersten genehmigten Pyro-Einsatz im deutschen Profifußball auf die Beine zu stellen. Die kontrollierten Rauchschwaden in Vereinsfarben stellten eine Art Kompromiss dar – und sorgten beim HSV für positive Reaktionen.

Wie der Verein auf seiner Website bekannt gab, hat der HSV eine Umfrage unter seinen Dauerkarteninhabern zu dem Thema durchgeführt. Demnach würden sich bislang 89 Prozent der bislang nahezu 5000 Teilnehmer erneut dafür aussprechen, dass der HSV Anträge für das Abbrennen von Pyro-Technik stellt.  Sogar 98% der Teilnehmer hätten angegeben, "dass sie ein sicheres Gefühl während des Abbrennens hatten", und 95% fühlten sich durch die Pyro-Aktion auf ihren Plätzen nicht eingeschränkt, so der HSV in seinem Bericht. Und auch die Verantwortlichen zeigen sich zufrieden.

Nur ein erster Schritt

Während Bernd Hoffmann von einem "guten Schritt" sprach, führte der Fanbeauftragte Cornelius Göbel aus, dass noch viel Arbeit zu tun sei: "Man hat gemerkt, dass das Experiment mit sehr hohen Erwartungen verbunden ist. Nach dem Motto: Die Ultras haben ihre offizielle Pyro-Show bekommen, jetzt muss Schluss sein mit den Bengalos. Aber auf Subkulturen kann man dieses lineare Denken – wenn dieses passiert, muss danach jenes passieren – nicht anwenden. Die erfolgreiche Aktion bedeutet nicht, dass die Zündelei in allen Stadien nun abrupt aufhört. Es handelt sich um einen Prozess. Aktuell ist es schwierig, die Entwicklung vorherzusehen."

Allerdings gibt es auch Kritik. So sagte etwa Fanforscher Gunter A. Pilz gegenüber dem "Kicker": "Perspektivisch ist das sicher nicht die Variante, die Ultras unter Fankultur verstehen", so Pilz, der von einer "Mogelpackung" sprach: "Ultras wollen sicher nicht nur vorher etwas Pyro-Show und dann 90 Minuten nichts mehr. Die Bemühungen um einen Dialog sind zwar wichtig, aber wenn man dabei nach Wegen sucht, etwas Verbotenes zu legalisieren, ist es nicht richtig." Auch die Klima-Frage dürfe nicht außer Acht gelassen werden.