Kommentar: Arminia Bielefeld ist wieder da
Da rieben sich nicht nur die Fans des VfL Bochum am vergangenen Freitag verwundert die Augen. Nicht nur, dass die eigene Mannschaft eine desolate und völlig uninspirierte Leistung bot, sondern der Gegner aus Bielefeld zeigte seine zweitbeste Saisonleistung, seit dem 4:1 Sieg über Greuther Fürth Mitte Dezember. Die Arminen waren nicht nur eiskalt vor dem Tor, sondern zeigten sich auch kämpferisch und läuferisch in einer überragenden Form. Noch dazu zeigten sie spielerische Elemente, die man in den letzten Wochen nicht immer anbringen konnte.
Endlich mal in Führung
Trainer Norbert Meier hatte in den letzten Wochen immer wieder davon gesprochen, dass man einfach mal in Führung gehen müsste. Dass allerdings seine Spieler den Worten des Trainers so eindrucksvoll Taten folgen lassen würden, hätte man so wirklich nicht erwartet. "Jetzt zeigen wir's allen" hatte der Trainer vor dem Spiel getönt. Und die Ostwestfalen zeigten es wirklich und beeindruckten vor allem die Konkurrenz aus Bochum, Frankfurt und Dresden. Besonders die Chancenverwertung, die in den Spielen gegen Karlsruhe, Cottbus, Aalen, Lautern und 1860 München noch viele Punkte kostete war in diesem Spiel richtig stark. Trotz des vergebenen Foulelfmeters durch Schönfeld konnte man aus sechs guten Möglichkeiten vier Treffer erzielen. Mit einer dauerhaften Chancenverwertung dieser Art, hätte man mit dem Tabellenkeller wohl nichts zu tun.
Ins Rollen kommen und die Klasse halten
Jetzt haben die Blauen alles wieder in der eigenen Hand. Vier Pflichtspiele könnten im Mai auf dem Programm stehen und bei vier Siegen in diesen vier Spielen, würde man den DSC auf jeden Fall in der nächsten Saison auch in der 2. Bundesliga vorfinden. Nachdem man in den letzten Wochen immer wieder starke Ansätze gezeigt hatte, diese aber nie wirklich in Punkte umsetzen konnte, stehen die Chancen jetzt wieder deutlich besser. Sollten die Bielefelder eine Serie wie zu Beginn der Saison starten - damals mit drei Siegen in Serie gegen Düsseldorf, Aue und Sandhausen - könnte nach all den Eskapaden und Frustrationen tatsächlich noch eine Party auf der Alm steigen. Dazu zählt es jetzt gegen den FSV Frankfurt und Dynamo Dresden den einen Zähler Rückstand auf den Relegationsrang wett zu machen. Aufgekommen ist diese Hoffnung besonders durch die Umstellung des Systems. Seit die Arminia mit zwei Stürmern bzw. einer offensiveren Ausrichtung an den Start geht, wirkt sie merklich gefährlicher. Die Offensive um Klos, Sahar, Przybylko, Schönfeld und Müller scheint sich gefunden zu haben. Diese fünf Spieler waren für alle Tore der Arminen in diesem Jahr verantwortlich. Sollten sie auch gegen den FSV treffen und sich mehr Selbstvertrauen holen, dann ist es wahrlich nicht unwahrscheinlich, dass der DSC tatsächlich das Wunder möglich macht und die Klasse hält.