Nach Krawallen beim Elb-Clásico: FCM zieht Konsequenzen
Nach den Ausschreitungen beim Ostduell zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden ziehen die Sachsen-Anhaltiner erste Konsequenzen. Ein Sektor soll getrennt, die Kameraüberwachung verstärkt und mobile Bauten entfernt werden.
75 Polizisten verletzt - Tatverdächtiger in U-Haft
Das Elb-Clásico zwischen dem 1. FC Magdeburg und der Dynamo Dresden schrieb nicht nur sportliche Schlagzeilen. Abseits des Rasens kam es zu massiven Ausschreitungen. Steine, Absperrgitter, Mülltonnen, Stühle, Toiletten, Gehwegplatten sowie ein Gullydeckel wurden auf Einsatzkräfte geworfen. Insgesamt wurden nach Angaben der Polizei 75 Beamte verletzt. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen 29-jährigen Mann aus Aschersleben. Er befindet sich in Untersuchungshaft und steht unter dem Verdacht des versuchten Mordes. Die Ermittlungen dauern an.
Der 1. FC Magdeburg hat inzwischen erste Konsequenzen aus den Vorfällen gezogen. So soll ein Sektor, über den heimische Ultras bislang in Richtung Gästeblock gelangen konnten, dauerhaft getrennt werden. Zudem wird die Sicherung des Gästebereichs mit hoher Priorität vorangetrieben. Bis Mitte März sollen dort provisorische, mobile Bauten ersetzt werden. In einer gemeinsamen Stellungnahme von Aufsichtsrat, Vorstand und Geschäftsführung kündigte der Klub außerdem an, die Kameraüberwachung zu verbessern, auszuweiten und rechtssicher auszugestalten. Darüber hinaus sollen mobile Bauten im Umlauf der Nord- und Osttribüne vollständig abgeschafft werden. Diese waren bei den Krawallen unter anderem als Wurfgeschosse missbraucht worden.
49 Verfahren laufen - aber in Zusammenhang mit geplanter Auseinandersetzung
Zudem stellte der Zweitligist Stadionverbote in Aussicht. Bereits 49 Verfahren laufen, diese stehen jedoch im Zusammenhang mit einer geplanten Auseinandersetzung zwischen Fans beider Vereine am Tag vor dem Ostduell. Die Verfahren unterliegen der Entscheidungshoheit des DFB, werden vom FCM jedoch unterstützt. Für die Ausschreitungen am eigentlichen Spielabend liegen dem Verein nach eigenen Angaben bislang keine konkreten Täterdaten der Ermittlungsbehörden vor.
Die Ereignisse hätten für den Klub auch wirtschaftliche Konsequenzen haben können. Sponsor GeoFly GmbH kündigte zwischenzeitlich an, Zahlungen einstellen zu wollen, rückte jedoch wenig später von diesem Schritt ab. In einem Facebook-Beitrag erklärte das Unternehmen: "Unser Beitrag der letzten Tage war kein Angriff auf den Club, sondern Ausdruck unseres Anspruchs an Verantwortung, Transparenz und Aufarbeitung in einer Situation, die viele Menschen bewegt. Wir sind im Austausch mit dem 1. FC Magdeburg und setzen auf Dialog. Uns geht es darum, gemeinsam Wege zu finden, wie Vertrauen wächst und Stadionbesuche für Klein und Groß sicher bleiben. Wir stehen zu unserer Haltung – und wir stehen zur Partnerschaft."