Nach Pleite: Koschinat fordert "andere Form des Widerstands"

Für den VfL Osnabrück ging das erste Spiel unter dem neuen Trainer Uwe Koschinat mit 0:4 auf Schalke verloren. Dieser sah trotz der hohen Niederlage gute Ansätze bei seinem Team, weiß aber auch, dass eine Herkulesaufgabe vor seiner Mannschaft und ihm liegt.

Scharfe Kritik: "Waren zu langsam und mutlos"

"Neue Besen kehren gut" heißt es gerne im Fußballjargon. So groß die Hoffnung beim VfL Osnabrück nach der Trennung von Tobias Schweinsteiger und der Installation von Uwe Koschinat auch war, nach dem ersten Spiel trägt sie noch keine Früchte. Viel mehr sah sich der neue Übungsleiter der Niedersachsen mit den alten Problemen konfrontiert und muss sich zusammen mit seinem Trainerteam einen guten Plan überlegen, um auch die Fans wieder ins Boot zu holen.

"Mit sehr viel Hoffnung" sei sein Team unterwegs gewesen, meinte Koschinat. Es habe es in der ersten Hälfte geschafft, "den Gegner mehrheitlich konsequent vom eigenen Tor wegzuhalten". Der Weg nach vorne war allerdings vornehmlich versperrt: "Wir müssen in der ersten Halbzeit bemängeln, dass wir bei eigenem Ballbesitz zu langsam und zu mutlos sind. Die Abstimmungen in den eigenen Ballbesitzphasen haben nicht so gestimmt, wie wir uns das vorgestellt haben." Beim Gegentor zum 0:2 war es – erneut – ein eklatanter Abwehrfehler, der den VfL das Spiel kostete, wie Koschinat befand, der sich auch nicht davor scheute, das Kind beim Namen zu nennen: "Mit dem 0:1 zur Halbzeit sind wir noch gut im Spiel. Es ist tragisch, dass wir einen extremen taktischen Fehler begehen und beide Außenverteidiger in eine offensive Position bringen über die Mittellinie und dann genau über diese Schneisen das 0:2 kassieren." Mit dem dritten Gegentor war das Spiel dann gegessen: "Nach dem 0:3 haben wir keine Chance mehr", so der 52-Jährige.

"Spieler müssen sich gegen negative Situation auflehnen"

Nun gilt es nicht nur das Team aufzurichten, sondern auch die – verständlicherweise – unzufriedenen Fans wieder mit ins Boot zu holen, die ihren Unmut am Freitagabend lautstark äußerten. Denn klar ist, die Herkulesaufgabe Klassenerhalt wird sich nur als Einheit realisieren lassen. Für Koschinat wird es deshalb wichtig, "Spieler zu identifizieren, die mit der Situation zurechtkommen und sich gegen die negative Situation auflehnen können". Er ist überzeugt, dass "wenn sich unsere Haltung ändert und wir einen mutigeren Auftritt auf den Platz bekommen, sich Dinge wiederholt positiv auf dem Platz bemerkbar machen, die Menschen schnell wieder mit im Boot sind".

Zudem sieht es Koschinat als seine Aufgabe, den Spielern zu vermitteln, dass der Fußball in der 2. Bundesliga ein anderer ist, als eine Etage weiter unten: "Wir benötigen hier eine andere Form des Widerstands. Die Gruppe definiert sich stark über den fußballerischen Ansatz. In der 2. Liga wird dieser aber sehr häufig von starken Gegnern beantwortet und dann bekommen wir diesen Ansatz nicht mit voller Überzeugung auf den Platz." Die nächste Chance dafür gibt es nächste Woche Samstag, wenn der Tabellenführer FC St. Pauli an der Bremer Brücke zu Gast ist. Schalke tritt dann bei Hansa Rostock an der Ostseeküste an.

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