• Facebook
  • Twitter

Nürnberg holt Arbeitssieg im DFB-Pokal: "Das ist, was zählt"

IMAGO / Zink

Ein Freistoßtor und ein abgefälschter Schuss aus der Distanz besorgten den Sieg für den "Club", der sich gegen Regionalliga-Aufsteiger Kaan-Marienborn lange schwertat. Dennoch nahmen die Beteiligten den Pflichtsieg in der 1. Runde des DFB-Pokals gerne mit. Lob erhielten zudem die mitgereisten Fans. 

"Haben es uns anders vorgestellt"

Nach einer knappen Auftaktniederlage gegen St. Pauli und dem Derbysieg gegen Fürth am vergangenen Wochenende fällt die Einordnung der Leistungsfähigkeit des FCN durchaus schwer. Auch im DFB-Pokal gegen den viertklassigen 1. FC Kaan-Marienborn taten sich die Nürnberger durchaus schwer. "Es war heute aber ein ganz anderes Spiel als im Derby", wusste auch FCN-Coach Robert Klauß, der dennoch sicher war, dass der Sieg dem Team "natürlich Schwung gegeben" habe. Angespornt wurde das Team dabei von zahlreichen mitgereisten Fans, die Spielgestalter Johannes Geis als "phänomenal" empfand. Doch ganz glücklich war mit dem Auftreten auf dem Platz dann niemand.

Zwar sei es das "Ziel" gewesen, weiterzukommen, was auch "erreicht" worden sei, doch ganz so stehenlassen wollte der Coach die Leistung nicht und mahnte: "Wir haben es uns aber anders vorgestellt." Lange hielt der Regionalligaaufsteiger, der im Siegener Leimbachstadion vor 8.000 Zuschauern antrat, mit dem Zweitligisten mit – und hinten die Null. Erst ein Freistoß von Johannes Geis ebnete den Weg (45.). Doch dass die Führung den FCN entfesseln würde, blieb nur ein Wunschgedanke. Stattdessen zeigte sich dasselbe Bild wie vor dem Seitenwechsel. "Wir haben den Gegner nach dem 1:0 am Leben gelassen und nach der Pause zu wenig gemacht", analysierte der 37-Jährige.

Sieg wichtiger als Spielanlage

"In der zweiten Halbzeit haben wir es ihnen etwas zu leichtgemacht, uns ein paar Fehler erlaubt und die zweiten Bälle nicht gut aufgesammelt", zeigte sich auch Enrico Valentini, dessen abgefälschter Schuss das spielentscheidende 2:0 herbeiführen sollte (84.), selbstkritisch. Auch Innenverteidiger Hübner befand, dass zumindest der zweite Durchgang "nicht gut von uns" gewesen sei. Zwar war dies gewiss auch auf Unzulänglichkeiten im Nürnberger Spiel zurückzuführen, doch auch der Underdog wusste zu überzeugen. Entsprechend zollte auch Torschütze Geis Respekt: "Hut ab vor Kaan-Marienborn, sie haben es sehr gut gemacht."

Allzu negativ gestimmt wollte dann aber auch keiner sein, immerhin kann das Ergebnis in der ersten Pokalrunde durchaus als zweitrangig betrachtet werden, geht es doch einzig und allein ums Weiterkommen. So sei es auch für Geis "sehr wichtig, dass wir weitergekommen sind." Auch Klauß blieb am Ende dann pragmatisch: "Wir sind weitergekommen, das war das Ziel." Entsprechend schnell wollte er das Spiel abhaken. Nun richte sich der Blick wieder "auf die Liga." Hier trifft der FCN am kommenden Samstag auf den überraschend gut gestarteten Jahn Regensburg und wird wieder versuchen, eher das Derby-Gesicht zu zeigen.