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Nürnberg verabschiedet sich erhobenen Hauptes aus dem Pokal

Zuerst schüttelten sich die Franken über die bittere Niederlage im Pokal-Achtelfinale gegen den VfL Wolfsburg. Nach einigen Augenblicken blieb der trotzige Stolz, dem Erstligisten bei der 0:2 Niederlage nach 120 Minuten einen hochklassigen Pokalfight geliefert zu haben.

Club mehr Chancen – Wölfe effektiver

Innenverteidiger Georg Marggreiter machte gleich nach dem Schlusspfiff aus seinem Herzen keine Mördergrube. "Gefühlt waren wir die bessere Mannschaft", sagte Margreitter nach der Partie. Eine Beobachtung, der sich wohl auch die über 26.000 Zuschauer anschließen konnten, sofern sie es denn mit dem Club hielten. Die Niedersachsen zeigten den Franken jedoch einmal mehr die Tücken eines an Äußerlichkeiten sich nicht scherenden Ergebnissports auf. Obwohl die Wölfe nur die Hälfte der Anzahl an Chancen besaß, zeigten sie sich vor dem Tor von FCN-Keeper Fabian Bredlow effektiver. "Wir hatten in der ersten Hälfte gute Phasen und sind auch in der zweiten zu guten Chancen gekommen", trauerte Angreifer Hanno Behrens den verpassten Gelegenheiten hinterher, von denen er seine beste nach einer knappen Stunde vergab.

„Niederlagen tun natürlich immer weh. Die Mannschaft hat heute aber einen starken Kampf geliefert und vieles richtig gemacht. Hinten raus wurde es dann schwer, die Reihen kompakt zu halten. Leider haben wir es vorher verpasst, den Ball bei einer der vielen Chancen über die Linie zu drücken. Das 0:1 war dann symptomatisch: Zwei Minuten vorher haben wir so eine Situation im Strafraum, Wolfsburg springt dagegen der Ball vor die Füße, so dass sie das Tor machen können", war FCN-Coach Michael Köllner einerseits stolz auf die Leistung seiner Jungs und haderte andererseits mit der Chancenverwertung.

Spielerische Klasse entscheidet in der Verlängerung

Tatsächlich machte sich die spielerische Klasse des VfL in der Verlängerung des Pokalfight bemerkbar. In den 30 Extra-Minuten schnürten die Wölfe den Club mit über 70 Prozent Ballbesitz förmlich am eigenen Strafraum ein, sodass die Tore durch Uduokhai und Didavi nur symptomatisch waren. Treffend formulierte es Gäste-Trainer Martin Schmitt, der nach den umkämpften 120 Minuten meinte: "Hintenraus haben wir verdient gewonnen, aber Nürnberg hätte vorher auch in Führung gehen können." Auf den Club wartet nach dem knappen Pokal-Aus die Winterpause, aus der man am 23. Januar im Derby gegen Regensburg wieder gut in Richtung Aufstiegskampf starten möchte.