Pauli-Fans in Auseinandersetzung mit der Polizei verwickelt

Bei der Anreise zum Auswärtsspiel in Bielefeld ist es am Sonntag zu einer Auseinandersetzung zwischen den Anhängern des FC St. Pauli und der Polizei gekommen. Die Fans wurden anschließend eingekesselt und verpassten das Spiel.
Polizei soll provoziert worden sein
Die Situation am Bielefelder Hauptbahnhof nahm ungeahnte Ausmaße an: Die Polizei kesselte die Fans ein und forderte sogar zusätzliche Kräfte per Helikopter an - die Aktion dauerte bis in den Abend. Der Hintergrund: Auf der Zugfahrt von Osnabrück in Richtung Bielefeld soll es nach Polizeiangaben zu gezielten Provokationen gegen die begleitenden Polizeibeamten gekommen sein. Als die Bundespolizei die Identität der Provokateure im Bahnhof Melle feststellen wollten, sei eine Solidarisierung aller Beteiligten im Zug gegen die eingesetzten Beamten gefolgt.
Die Beamten der Bundespolizei sollen körperlich und mit mitgeführten Fahnenstangen angegriffen worden sein. Aufgrund des Ausmaß der Angriffe gegen die eingesetzten Polizeibeamten mussten die Streckengleise im Bahnhof Melle für knapp 40 Minuten gesperrt werden, da sich eine Vielzahl von Personen im Gleisbereich aufhielten.
18 Personen identifiziert
Nach der Weiterfahrt konnten am Hauptbahnhof in Bielefeld 18 dringend tatverdächtige Personen identifiziert werden, die an den Krawallen direkt beteiligt gewesen sein sollen. Darüber hinaus dauert die Videoauswertung der Situation an, weitere Strafanzeigen können also folgen.
Gegen die 18 Tatverdächtigen wegen Landfriedensbruchs ermittelt, zwei der Beschuldigten müssen sich wegen Beleidigung und ein weiterer wegen Körperverletzung verantworten. Die Einsatzkräfte stellten Gegenstände wie Sturmhauben oder Quarzsandhandschuhe sicher. Erst um 19:20 Uhr waren die Maßnahmen beendet, die Pauli-Fans verpassten somit das Spiel ihrer Mannschaft.
Behörden in der Kritik
Der St. Pauli-Blog "Magischer FC" gab derweil eine eigene Einschätzung der Situation ab: "Was genau den Polizeieinsatz in Bielefeld verursacht hat, wissen wir nicht zu 100 Prozent". Die Beamten sollen ohne Vorwarnung Pfefferspray eingesetzt haben. Auch die Verweigerung von Personenangaben solle laut Augenzeugen, auf die sich der Verfasser bezieht, mit Pfefferspray beantwortet worden sein. Es müsse "verdammt viel vorfallen, damit man auch nur annähernd eine solche Maßnahme als verhältnismäßig bezeichnen könnte. Deutlich mehr als Rauchen im Zug allemal."