Rapp hofft gegen Hannover auf mehr "Abgezocktheit"

Nach dem Pokalviertelfinale gegen Stuttgart steht der Zweitligaalltag an. Marcel Rapp möchte wieder in ruhigere Tabellenregionen vorstoßen und fordert dabei von seinen Offensivkräften in Hannover eine bessere Entscheidungsfindung vor dem Tor.

"Erfahrung ist nicht das Problem"

Der Ausfall von Kapitän Steven Skrzybski schmerzt die "Störche" aus Kiel immens. Neben Alexander Bernhardsson fehlt mit Skrzybski nun ein weiterer erfahrener Leistungsträger längerfristig. Gerade der in letzter Zeit mangelhaften Chancenverwertung der Nordlichter würde die Kaltschnäuzigkeit der beiden Offensivkräfte jedoch gut tun. "Gegen Stuttgart haben wir Vieles gut gemacht und nur den Ball nicht reingeschossen. Da hat nicht viel gefehlt, es sind Details entscheidend. Es sind auch junge Spieler, die noch nicht ganz so abgezockt sind. Das muss man weiter trainieren, dann gehen die Bälle rein", ist sich Rapp sicher.

Für das Aufeinandertreffen in Hannover sei mangelnde Erfahrung aber kein Thema. "Wir müssen jetzt nicht auf Zwang einen erfahrenen Spieler ersetzen. Es müssen andere reinwachsen. Wir haben immer noch eine gute erste Elf auf den Platz, vielleicht mit etwas weniger Erfahrung, aber trotzdem Qualität", zeigt sich Rapp überzeugt. Es gehe vor allem darum, die Spieler besser in Positionen zu bringen und den finalen Pass anzubringen. Eine Qualität, die der wieder genesene Andu Kelati mitbringen könnte, der gegen Stuttgart schon Lust auf mehr machte. Rapp möchte seinen Schützling dabei nicht überbeanspruchen. "Es war das erste Mal, dass er so lange gespielt hat, da muss man dosieren und ein Auge darauf haben. Er gibt uns aber eine gewisse Finalität und wird uns noch viel Freude bereiten", so der 46-jährige.

"Standards sind jede Woche Thema"

Dem kommenden Gegner zollt Rapp großen Respekt, insbesondere der Handschrift von 96-Coach Christian Titz: "Man sieht den Christian-Titz-Fußball. Das ist das größte Kompliment, das man einem Trainer machen kann. Man nennt den Namen und kann sich etwas darunter vorstellen", schwärmt Rapp von seinem Gegenüber. Auf der anderen Seite wisse man daher auch genau, was auf die Mannschaft zukommt. "Sie sind eine gute Mannschaft, die viel ins Eins gegen Eins geht und aggressiv verteidigt. Wir versuchen gute Lösungen zu finden, die wir auf jeden Fall auch parat haben", so der Übungsleiter.

Um die Siegwahrscheinlichkeit zu erhöhen, wird an der Achillesferse "Standardgegentore" weiter gearbeitet. "Das ist jede Woche Thema bei uns im Training. Wir haben schon weniger Gegentore dadurch kassiert und einen besseren Schnitt als zu Beginn der Saison", analysiert Rapp. Die allgemeine Marschroute für die Rückrunde ist sowieso klar. "Wir wollen alles investieren, um zu gewinnnen und in ein bisschen ruhigere Tabellenregionen zu kommen".

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