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Rehm nach Stuttgart-Erfolg "unfassbar stolz"

In einer wilden Partie setzte sich Aufsteiger Wehen Wiesbaden mit 2:1 gegen den haushohen Favoriten aus Stuttgart durch. Ein glücklicher Sieg, gab Trainer Rehm zu. Stolz war er trotzdem.

Schäffler bringt Wehen auf die Siegerstraße

Acht Spieltage lang hatte es gedauert, bis der SV Wehen Wiesbaden endlich seinen ersten Saisonsieg, gegen den VfL Osnabrück, feiern durfte. Das hatte offenbar Rückenwind gegeben: Am Freitagabend legte der Aufsteiger nämlich prompt nach – und das ausgerechnet gegen Aufstiegsfavorit Stuttgart.

Der VfB hatte dabei natürlich die Spielkontrolle – allerdings war der Wiesbadener Spielplan genau darauf ausgelegt. Und schon nach drei Minuten erntete der Aufsteiger die Früchte für einen erfolgreichen Konter: Schäffler schoss den SVWW zur 1:0 Führung. Den glich Mangala zwar in der 9. Minute wieder aus, doch wiederum wenig später hatte Schäffler erneut die richtige Antwort (18.). Damit stand es aus Sicht der Stuttgarter Hausherren 1:2 – und das sollte sich bis zum Ende der Partie, trotz eines stark drückenden VfB in der zweiten Hälfte, auch nicht mehr ändern. Eine Sensation, fand auch Trainer Rüdiger Rehm.

Zweite Halbzeit: "Das war schon extrem"

"Ich bin sehr, sehr glücklich, dass wir gegen einen unfassbar starken Gegner drei Punkte geholt haben", erklärte der Coach auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: "Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit auch ganz ordentlich im Spiel waren. Wir haben alles wegverteidigt, was gegen den VfB aber auch nötig und nicht einfach ist. Aber wir haben es geschafft, die Abschlüsse in der ersten Halbzeit gering zu halten."

Das änderte sich allerdings im zweiten Durchgang: "Ich glaube, was in der zweiten Halbzeit – beziehungsweise in den letzten 20, 25 Minuten – abging, war schon extrem." In dieser Phase ließ der VfB ein echtes Dauerfeuer auf den SVWW niederregnen – auch begünstigt durch die rote Karte für den eingewechselten Kyereh. Doch auch in Unterzahl schaffte es der SVWW, unbeschadet bis zum Schlusspfiff durchzuhalten: "Wir hatten zwar die ein oder andere Kontersituation, kamen aber überhaupt nicht mehr zum Abschluss", analysierte Rehm: "Deswegen sind wir am Ende der sehr, sehr glückliche Sieger. Aber das ist im Fußball zum Glück nicht verboten. Wie oft waren wir schon der unglückliche Verlierer? Daher nehmen wir es heute so mit, wie es ist."

Das sah auch Torschütze Schäffler am "Sky"-Mikrofon so: "Für uns war das ein Bonusspiel", erklärte der Angreifer. Doch man wollte nicht als Laufkundschaft anreisen: "Wir wollten nicht nur das Erlebnis haben, sondern das Erlebnis erfolgreich gestalten." Das gelang den Wiesbadenern – sehr zur Freude ihres Trainers: "Ich bin unfassbar stolz."