Vorschau Frankfurt: Mit breitem Kader zum frühen Klassenerhalt

Die Enttäuschung, nachdem der FSV Frankfurt in der Vorsaison "nur" den vierten Platz erreicht hatte, wandelte sich in der Sommerpause 2013 in Kampfeslust auf die nächste Saison, in der man die Aufstiegsplätze in das Oberhaus angreifen wollte. Nach der besten Saison der Vereinsgeschichte sollte es noch höher hinaus gehen, doch der Plan ging nicht auf. Nach zwei Spielen stand der FSV sieglos auf Platz 16 und mit der unteren Tabellenhälfte sollte man im Laufe der Saison noch viel zu tun haben. Erst am vorletzten Spieltag konnten die Frankfurter mit einem Remis in Bielefeld den Klassenerhalt sichern.

Vorbereitung, Testspiele und Neuzugänge

Die Bornheimer absolvierten bisher sieben Testspiele und nahmen an zwei Turnieren teil. Aus bisher insgesamt 11 Spielen im Trainingslager wurden acht Siege verbucht, zudem gab ein 2:2 Unentschieden gegen den SV Waldhof Mannheim, im Heimspielcup-Turnier in Ludwigshafen zunächst eine 0:2-Niederlage gegen Rivalen SV Wehen Wiesbaden, sowie eine 1:4-Heimniederlage gegen Bundesligist Hannover 96. Beim Fürstenhofcup in Bad Kreuznach belegte der FSV den ersten Platz, nachdem man Ligakonkurrent 1. FC Kaiserslautern im Finale in einem spannenden Elfmeterschießen mit 6:5 besiegte.

Im Trainingslager konnte sich Trainer Benno Möhlmann ein Bild von den Neuzugängen André Schembri (Sturm, Omonia Nikosia), Vincenzo Grifo (Mittelfeld, Dynamo Dresden/1899 Hoffenheim), Mario Engels (Mittelfeld, 1. FC Köln), Amine Aoudia (Mittelfeld, Dynamo Dresden), Fabian Burdenski (Mittelfeld, Wisla Krakow), Tom Beugelsdijk (Abwehr, ADO Den Haag), Florijon Belegu (Abwehr, Eigengewächs), sowie Markus Ballmert (Abwehr, Eigengewächs) machen.

So könnten die Bornheimer spielen:

Im Sturm hat bisher der maltesische Neuzugang Schembri überzeugt, Kapllani ist unbestritten gesetzt. In der Dreier-Kette im Mittelfeld könnte entweder der momentan verletzte Denis Epstein spielen, stattdessen käme auch der italienische U21-Nationalspieler Vincenzo Grifo in Frage. Rechts Mario Engels, der in den Testspielen mit tollen Aktionen und Ideen nach vorne sowie mehreren Vorlagen und Toren sehr überzeugt hat. In der Mitte könnte Kruska spielen, eine Alternative wäre Zafer Yelen, über dessen Zukunft beim FSV noch verhandelt wird. Yelen ist bei Standards sehr stark und hat schon mehrere Freistoß-Tore verwandelt.

Im defensiven Mittelfeld würde Finne Joni Kauko spielen, der bereits letzte Saison für den FSV auflief, sich bisher aber noch nicht so ganz durchsetzen konnte. Als linker Außenverteidiger käme Alexander Bittroff, Neuzugang von Energie Cottbus, in Frage, der bereits in den Testspielen diese Position erfolgreich bekleidete. In der Mitte wäre der Neuzugang Tom Beugelsdijk, der mit vielen Balleroberungen, tollem Stellungsspiel bei gegnerischen Angriffen und gutem Spielaufbau nach vorne überzeugen konnte, ein Kandidat. Manuel Konrad daneben in der Innenverteidigung, für den älter werdenden Schlicke, der immer mehr Unsicherheiten zeigte. Als rechter Außenverteidiger kommt Alexander Huber in Frage, der bereits in der vergangenen Saison Stammspieler auf der rechten Außenbahn war und das Spiel nach vorne mitgestaltete. Im Tor ist unbestritten Patric Klandt gesetzt, der in der vergangenen Saison einige Unsicherheiten zeigte, besonders bei Fernschüssen.

Manuel Konrad ... der Kleber der Mannschaft?

Vergangene Saison kam die Mannschaft teilweise etwa verloren auf dem Platz rüber. Die Zuordnung stimmte nicht, es fehlten die Ideen, es fehlte jemand, der den Ton angab. Wenn Kapitän Schlicke das nicht übernahm, dann konnte es nur einer sein: Manuel Konrad, im defensiven Mittelfeld oder in der Abwehr beheimatet, hält er die Mannschaft oft zusammen, ist die Stütze für neue Spieler, die sich nicht zurechtfinden, er übernimmt oft die Vaterrolle auf dem Platz. Vor kurzem erst verlängerte der 26-Jährige seinen Vertrag bei den Bornheimern bis 2018, der Verein baut auf eine lange Zusammenarbeit mit ihm. Auf seinen Schultern lasten die Hoffnungen für die nächste Saison – nämlich eine stabile Abwehr, die zuletzt nicht sicher wirkte.

Was waren die Schwachstellen?

Die Innenverteidigung bekleideten letzte Saison entweder Tim Heubach, der zum 1. FC Kaiserslautern abgewandert ist, Björn Schlicke, der mit 33 wohl kein Favorit auf einen Stammplatz ist, Joan Oumari, der nicht besonders glänzen konnte, oder eben Manuel Konrad. Dabei war Konrad die Hauptstütze in der Innenverteidigung - das soll er in der kommenden Saison zusammen mit Tim Beugelsdijk weiterhin sein. Der Holländer, den der FSV aus Den Haag holte, konnte in den Testspielen bisher überzeugen und bildete eine stabile Abwehr mit seinem jeweiligen Kollegen in der Innenverteidigung, abhängig davon, mit wem er zusammen spielte. Zu viele Tore kassierten die Bornheimer durch Fernschüsse. Die Kompaktheit fehlte, auch bei Ecken oder Freistößen.

Stärken – was haben die Spieler gut gemacht?

Zu den Stärken zählten Standardsituationen, wie z.B. Freistöße. Diese übernahm Zafer Yelen, der ein guter Freistoß-Schütze ist und dies auch oft unter Beweis gestellt hat. Die Offensive hatte oft gute Aktionen, besonders in der Rückrunde, mit dem von Liga-Konkurrent 1. FC Kaiserslautern ausgeliehenen Stürmer Andrew Wooten, der mit Toren überzeugen konnte. Im Zusammenspiel mit Edmond Kapllani kamen da oft gute Aktionen heraus, die zu Toren führten. Nicht umsonst war der FSV eine der Mannschaft mit den meisten geschossenen Toren, nämlich 46.

Benno Möhlmann

2011 kam der damals 57-jährige Möhlmann aus Ingolstadt an den Bornheimer Hang, er ersetzte den entlassenen Trainer Hans-Jürgen Boysen. Nach seiner Entlassung bei den Schanzern war seine neue Aufgabe, die Bornheimer vor dem Abstieg zu retten. Und diese Aufgabe bewältigte er. 87 Spiele stehen ihm bisher zu Buche. Seine Statistiken am Main sind zu seinen Gunsten; 1,4 ist der Durchschnitt an Punkten, die die Bornheimer pro Spiel holen, die Torquote ist ebenfalls positiv. In der Saison 2012/13 schaffte Möhlmann mit dem FSV die beste Saison aller Zeiten für den FSV – man landete knapp auf Platz 4, verpasste um den Relegationsplatz um einen Rang.

Wo landet der FSV im Jahr 2015?

Die Probleme in der Kompaktheit der Abwehr sollten mit der Verpflichtung von Beugelsdijk beendet sein. Man hat frische, junge Spieler für das Mittelfeld geholt, von denen die meisten in Testspielen überzeugen konnten. Für den Sturm holte der FSV Schembri, der bereits in Braunschweig unter Möhlmann gespielt hat, viel Erfahrung und auch einen guten Torriecher hat. Der Kader für diese Saison fällt insgesamt besser und ausgewogener aus als letztes Jahr, in der Vorbereitung haben sich viele Neuzugänge zeigen können, es gibt nur wenige „Wundertüten“, bei denen man nicht weiß, ob sie für den FSV Top-Leistungen zeigen werden können oder eher zum Flop werden, so wie Nikita Rukavytsya letztes Jahr.

FOTO:  FU Sportfotografie

 

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