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SC Paderborn: Die Lage wird ungemütlicher

Während das 4:4 zwischen dem SC Paderborn und dem TSV 1860 München für den neutralen Zuschauer am Samstagmittag ein echtes Spektakel bot, waren die Fans des SCP nach Schlusspfiff bedient. Eine 3:1-Führung reichte 30 Minuten vor dem Ende in Überzahl nicht für drei Punkte. Besonders die Tatsache, dass Paderborn mit einem Mann mehr drei (!) Gegentore kassierte, stieß beim Schwarz-Blauen-Anhang bitter auf. Da mit Duisburg und Düsseldorf zudem gleich zwei Konkurrenten gewonnen haben, wird die Lage an der Pader nun ungemütlicher. Ein Kommentar.

Zu viele Punkte verschenkt

Den direkten Wiederaufstieg hat in Paderborn niemand erwartet. Zu groß war der Umbruch im Sommer, zu lange hat es gedauert, bis der Kader mehr oder weniger stand. Dass der SCP nach 16 Spieltagen jedoch auf dem Relegationsplatz zur 3. Liga steht, sorgt für große Ernüchterung. In den letzten Wochen wurden gerade in den Heimspielen viele Punkte liegen gelassen: Sowohl gegen Heidenheim, Frankfurt und 1860 München lag der SCP stets in Führung, ging aber nie als Sieger vom Platz. Neun Punkte aus diesen drei Partien waren Pflicht, nun sind es nur derer drei. Die sechs verpassten Zähler haben den SCP tiefer in den Abstiegskampf gezogen: Nur noch vier Punkte trennen den letztjährigen Erstligisten vom Tabellenende – viel zu wenig für die eigenen Ansprüche.

Peinliche Fehler in der Abwehr

Doch nicht nur die Tatsache, dass der SC Paderborn nach 16 Spieltagen im Tabellenkeller steckt, sorgt bei den Anhängern derzeit für Frustration. Vielmehr ist es die Art und Weise, wie die Mannschaft in dieser Saison teilweise aufgetreten ist. Während eine 1:4-Pleite bei Mitabsteiger Freiburg noch mit Abstrichen vertretbar ist, kann ein 4:4 gegen 1860 München bei einer 3:1-Führung in Überzahl nicht hingenommen werden. Wie so oft in dieser Saison leisteten sich die Ostwestfalen in der Abwehr auch am Samstag wieder peinliche Fehler. Gleich zwei Mal wurde der Ball vor dem eigenen Strafraum leichtfertig verschenkt, sodass die Münchener nahezu unbedrängt auf das Tor zulaufen konnten. Dementsprechend verhalten fiel der Jubel beim Last-Minute-Ausgleich in der 90. Minute aus. Zu groß war der Ärger über die Leistung der Mannschaft.

Spieler leisten sich einen Affront

Als wäre das noch nicht genug, erlaubten sich einige Akteure nach Abpfiff einen weiteren Affront: Statt wie nach jedem Spiel zur Fantribüne zu kommen, machten sie auf halbem Weg kehrt und gingen in die Kabine. Zuvor forderten die Fans: "Wir wollen Euch kämpfen sehen". Es schien, als wären die Spieler aufgrund dieser Rufe beleidigt gewesen. Der Kampf stimmte zwar durchaus, doch viele andere grundlegende Tugenden eben nicht – so selbstkritisch müssen auch die Spieler sein. Dennoch ist das Verhältnis zwischen der Mannschaft und den Anhängern derzeit angespannt.

Sechs Punkte bis zur Winterpause sind Pflicht

Ohne die vorhandene Abwehr erwartet den SCP in diesem Jahr gegen Nürnberg, Bochum und Düsseldorf noch ein ganz heißer Tanz. Sechs Punkte aus diesen drei Spielen sind Pflicht, um einigermaßen "entspannt" in die Winterpause gehen zu können. Dann muss personell nachgelegt werden, denn einige Akteuren haben ihre Zweitligatauglichkeit bisher nicht nachweisen können.