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So feierte Union Berlin den Aufstieg

© imago images

Um 22.28 Uhr war es vollbracht: Durch das 0:0 im Rückspiel der Relegation gegen den VfB Stuttgart ist Union Berlin erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die Bundesliga aufgestiegen. Nach Abpfiff brachen alle Dämme, es wurde emotional.

Präsident verpasst Schlusspfiff

Den 28. Mai 2019 werden die Fans von Union Berlin nie mehr vergessen. Genau 30 Jahre nach dem letzten Spiel in der DDR-Oberliga sind die Köpenicker wieder erstklassig. Als Schiedsrichter Christian Dingert die Partie abpfiff, brach auf den Rängen ein Jubelschrei aus, wie man ihn an der Wuhlheide wohl noch nie gehört hat. Innerhalb weniger Sekunden strömten die glückseligen Fans auf den Platz, viele weinten vor Glück.

Auch Präsident Dirk Zingler konnte seine Emotionen unmittelbar nach dem Spiel nicht zurückhalten: "Das ist surreal, ich kann es nicht fassen. Ich habe seit 40 Jahren auf dieses Spiel gewartet", sagte er mit Tränen in den Augen im "Eurosport"-Interview. Zwischenzeitlich musste er das Gespräch abbrechen – ihm versagte die Stimme: "Ich bin so glücklich, weil die Menschen es hier einfach verdient haben." Kurios: Den Schlusspfiff hatte Zingler zuvor verpasst: "Meine Frau war auf der Damentoilette, ich war auf der Herrentoilette", berichtet er gegenüber der "BZ". Und weiter: "Dann haben wir uns davor getroffen." Auf dem Platz hatte die Party währenddessen schon begonnen.

 

"Ein Traum"

"Fantastisch. Ich gönne es dem Verein, dem tollen Publikum und jedem einzelnen Mitarbeiter total", jubelte ein von mehreren Bierduschen durchnässter Trainer Urs Fischer bei "Eurosport" und fand: "Es war eine tolle Leistung von der Mannschaft heute. Der ganze Verein hat einfach alles für diesen Erfolg getan. Auch Stürmer Sebastian Andersson war aus dem Häuschen: "Die Union-Fans und der Klub waren so gut. Ich bin so stolz auf das Team. Wir haben gekämpft, es ist unglaublich. Wir haben die ganze Zeit gekämpft."

Während für Michael Parensen "ein Traum" wahr geworden ist, sprach Geschäftsführer Oliver Ruhnert von einem "verdienten Aufstieg" und einem "geilen Gefühl, den Leuten das hier einfach zu geben, sie haben sich so danach gesehnt."

Bis tief in die frühen Morgenstunden dauerten die Feierlichkeiten nach dem Spiel an. "Ich habe jetzt schon keine Stimme mehr", sagte Stürmer Sebastian Polter dem "Tagesspiegel". "Wir werden jetzt 72 Stunden feiern oder 500 Stunden. Ich hab keine Ahnung."

 

Aufstiegsparty am Mittwoch

Am Mittwoch geht die Party dann weiter. Zunächst wird sich die Mannschaft um 14:30 Uhr in das Gästebuch der Stadt eintragen, ehe es mit dem Mannschaftsbus zum Schiffsanleger an der East Side Gallery in Friedrichshain geht. Von dort wird die Mannschaft auf der rot-weißen Viktoria in Richtung Köpenick aufbrechen. Die Ankunft am Luisenhain in der Köpenicker Altstadt ist für 18 Uhr geplant. Von dort geht es zu Fuß zum Rathaus, wo die Aufsteiger von Bezirksbürgermeister Oliver Igel empfangen werden. Anschließend geht es mit einem offenen Bus von der Altstadt ins Stadion An der Alten Försterei. Dort werden die Aufstiegshelden um 19:30 Uhr erwartet – und mit ihnen tausende Fans.