St. Pauli: Der Kiezklub steckt im Keller fest

Die Bilanz aus den ersten acht Spielen ist für den FC St. Pauli ernüchternd: ein Sieg, fünf Punkte, Rang 18. Dabei war der Klub im Vorjahr Vierter. Besonders die Abgänge von Mittelfeldmotor Marc Rzatkowski und Spielgestalter Sebastian Maier haben eine Lücke hinterlassen, die bislang nicht geschlossen werden konnte. Auch im Defensivbereich – im Vorjahr eine Stärke des Klubs – präsentiert sich das Team von Trainer Ewald Lienen anfällig. Der Trainer-Routinier wird derzeit aber nicht infrage gestellt. Noch nicht.

Defensiv anfällig

13 Scorerpunkte steuerte Rzatkowski in der vergangenen Saison zum erfolgreichen Abschneiden der Hamburger bei. Anschließend wechselte er für etwa zwei Millionen Euro Ablöse zu Red Bull Salzburg in die österreichische Liga. Ideengeber Maier schloss sich Aufstiegsaspirant Hannover 96 an. Das Spiel ist derzeit zu berechenbar - und vor allem zu harmlos. Neuzugang Bouhaddouz erzielte drei Treffer, was exakt die Hälfte aller Pauli-Tore (6) ausmacht. Nur die Offensivreihen von Karlsruhe (5) und Kaiserslautern (4) sind noch schwächer. Die Gründe für das bislang deprimierende Abschneiden allein in den Verlusten der Leistungsträger zu suchen, wäre zu einfach.

Offensiv harmlos

Fakt ist auch: Die Abwehr, die zumeist aus etablierten Kräften besteht, ist nicht sattelfest. In bislang jedem Spiel musste Keeper Robin Himmelmann hinter sich greifen, im Jahr davor behielt Pauli hingegen 16 Mal eine „weiße Weste“. 13 Gegentore kassierte der Klub in acht Spielen, das ist zwar keine katastrophale Statistik, aber wenn man vorne auch nicht trifft eben doch deutlich zuviel. Zu allem Überfluss fällt Kapitän Sören Gonther mit einer Knieverletzung auf unbestimmte Zeit aus. "Wir sehen die Situation sehr kritisch, aber es ist aus meiner Sicht kein Thema, das wir beim Trainer ansiedeln", wird Paulis Sportchef Thomas Meggle im „kicker“ angesichts der brenzligen Konstellation in der Tabelle zitiert. Noch stärken die Verantwortlichen dem 62-Jährigen also den Rücken. Erst im Mai wurde der Vertrag mit dem Trainer vorzeitig bis 2018 verlängert.

Nach der Länderspielpause besteht am 14. Oktober im Heimspiel gegen Aufsteiger Erzgebirge Aue (18.30 Uhr) die Chance für einen Neustart. Mit dem zweiten Saisonsieg könnten die Kiezkicker die Sachsen in der Tabelle überholen- und den Bock endlich umstoßen. Doch bis dahin, gibt es im Training jede Menge Arbeit.

 

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